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Berliner Füchse wildern im Lausitzer Revier

Die Füchse Berlin II hatten beim Liga-Auftakt in Cottbus deutlich mehr Biss als der LHC. Hier wird Alexander Takev zu Boden geschickt.
Die Füchse Berlin II hatten beim Liga-Auftakt in Cottbus deutlich mehr Biss als der LHC. Hier wird Alexander Takev zu Boden geschickt. FOTO: Steffen Beyer/sby1
Cottbus. Die Handballer des LHC Cottbus vermasseln den Auftakt in der Oberliga und verlieren gegen den Hauptstadtclub mit 24:28 (13:15). Wolfgang Swat / wsw1

Der LHC Cottbus startete am Samstag als Titelverteidiger in der Handball-Oberliga Ostsee-Spree mit einer Niederlage. Er verlor die Auftaktpartie vor 824 zahlenden Zuschauern in der Lausitz-Arena gegen die zweite Mannschaft der Füchse Berlin mit 24:28. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Berliner deutlich überlegen.

Der Nachwuchs des Bundesligisten und aktuellen Vizeweltmeisters der Klubmannschaften, Füchse Berlin, zeigte von Beginn an, dass er gewillt war, im Lausitzer Revier beim LHC Cottbus mit Schnelligkeit und List erfolgreich zu wildern und zwei Pluspunkte als Beute in den heimatlichen Bau mitzunehmen.

Zunächst aber ließ sich der LHC von den Berlinern mit dem Ex-LHC-Torhüter Kevin Deisting im Kader nicht überlisten. Bis zum 9:9 in der 18. Minute war es ein ausgeglichenes Kräftemessen, bei dem die Hauptstädter zwar meistens in Führung lagen, höchstens aber mit zwei Toren (6:7, 13. Minute).

In der 19. Minute aber ersann Trainer-Leitfuchs Christian Caillat in einer Auszeit eine List und schickte seine Jungfüchse überfallartig in eine offensive Verteidigung des eigenen Tors, schneller Balleroberung und damit zu erfolgreichen Gegenangriffen aufs Spielfeld zurück. Mit insgesamt acht Zeitstrafen in den 60 Minuten erwiesen sich die Berliner bei der Jagd nach zwei Punkten nicht zimperlich. Die Lausitzer mit nur zwei zeitlichen Herausstellungen waren demgegenüber wesentlich zahmer.

Beim Halbzeitstand von 13:15 war der Ausgang der Jagd allerdings noch völlig offen, selbst wenn körperliche Überlegenheit der Gäste, Handlungsschnelligkeit und größere Gefährlichkeit aus dem Rückraum immer deutlicher wurden. Das drückte sich nach 17 gespielten Minuten in der zweiten Halbzeit dann deutlich in Zahlen aus. Vom 13:15 zur Halbzeit enteilten die Berliner Jungfüchse auf 18:26 und waren sich spätestens zu diesem Zeitpunkt ihrem Zwei-Punkte-Jagderfolg sicher. Die LHC-Spieler waren auch in dieser Phase alles andere als chancenlos, allerdings vergaben sie beste Einschussmöglichkeiten und leisteten sich zu viele technische und Abspielfehler. "Wir haben zwischenzeitlich die Köpfe hängen lassen", räumte Alexander Takev ein, der gemeinsam mit Marcus Meier (je sechs Treffer) erfolgreichster Torjäger seiner Mannschaft war.

"Man hat aber auch gesehen, warum Berlin die beste Nachwuchsakademie in Handball-Deutschland hat", anerkannte Takev die handballerische Leistungsfähigkeit der Jungfüchse.

LHC-Torwarttrainer Dieter Sklenar stellte fest: "Die Berliner haben sehr gut gedeckt und sich hinten die Motivation für erfolgreiche Angriffe geholt. Ich bin unzufrieden mit der fehlenden Aggressivität in unserer Deckung und der daraus folgenden mangelhaften Abstimmung mit den Torhütern."

Das verletzungsbedingte Fehlen von Abwehrchef Ernst Efa und Torhüter Florian Berndt, der sich wegen einer Fußverletzung gegenwärtig nur mit zwei Gehhilfen bewegen kann, war sicher ein Grund dafür, dass sich die Füchse immer wieder den Zugriffen der Lausitzer entziehen konnten.

"Wir haben aber auch nicht die 100prozentige Form gefunden, die es gebraucht hätte, um die Füchse zu schlagen", meinte Trainer Marcel Linge. "Die Mannschaft hat gekämpft und das Spiel bei acht Toren Rückstand nicht einfach abgeschenkt, was auch ein Verdienst der 824 Zuschauer war, die trotz Einschulung gekommen sind und die Truppe unterstützt haben", zog Linge am Ende doch noch ein einigermaßen versöhnliches Fazit.

Am erfolgreichen Beutezug der Berliner Jungfüchse im Lausitzer Revier änderte das jedoch nichts. Der Füchse-Nachwuchs bewiesen recht eindrucksvoll, dass er sich in dieser Saison den Meistertitel und damit den Drittliga-Aufstieg ergattern will.

Der LHC spielte mit: Adam, Mudrick - Meier (6 Tore), A. Takev (6/3 7-m), Fischer (5), F. Takev (3/1), Lößner (2), Reimann (1), Mulemba (1), Baccar, Nietzel, Schmitz, R.Takev, Herzog.

Siebenmeter: LHC 7/4, Füchse II 2/2; Zwei-Minuten-Strafen: LHC 2, Füchse II 8