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Ausgezeichnet bei der Silberhochzeit

Kunersdorf. Obwohl mit viel Lob für die vorzügliche Arbeit als Hauptorganisator der Festlichkeiten zum 25.Gründungstag des Fußballkreises bedacht, war die Enttäuschung bei Martin Hagemeister durchaus erkennbar. Georg Zielonkowski / ski1

Waren doch jüngst gerade einmal 31 Vertreter der insgesamt 85 unter dem Dach des Fußballkreises Niederlausitz organisierten Vereine zum Festakt im großen Zelt auf der Sportanlage des SV Fichte Kunersdorf erschienen. Nur gut, dass die Mannschaften des Hauptspiels, die zweite Vertretung von Wacker Ströbitz und Fichte Kunersdorf, die Plätze an den Tischen ebenso füllten wie die Berliner Akteure der Union-Oldies und die Ü35-Kicker der Niederlausitzer Kreisauswahl.

Dennoch sprach der Kreisvorsitzende Frank Leopold von einem gedeihlichen Miteinander der Vereine mit den Männern des Kreisvorstandes. "Wir feiern quasi Silberhochzeit. Manche Ehen sind in 25 Jahren zerbrochen, unsere Verbindung hat sich standhaft bewährt. Obwohl es immer mal Meinungsverschiedenheiten gab und geben wird. Aber es geht um die faire Kommunikation und die gegenseitige Achtung, dies darf niemals außer acht gelassen werden", so der zur kommenden Wahl scheidende Vorsitzende.

Leopold rief die anwesenden Vereine zugleich auf, Kandidaten für den 2018 zu wählenden neuen Vorstand zu nennen. "Belange, Wünsche, Anregungen aus den Vereinen können so weit besser transportiert und erörtet und entschieden werden", betonte er.

Verdienstvolle Sportkameraden wurden zum Jubiläum des Fußballkreises ebenfalls ausgezeichnet, wobei auch aus diesem Kreis, die Gründe mögen höchst unterschiedlich gewesen sein, nur ein recht geringer Teil der Geehrten anwesend war.

Reimund Nakoinz: Der vitale Rentner gehörte am 30. Juni 1992 zu jenen Männern, die den neuen Fußballkreis Niederlausitz gründeten. Aus den Kleinkreisen, Forst, Spremberg, Cottbus-Stadt und Cottbus-Land kamen jene 87 Vereine, die unter dem Dach der neuen Kreisorganisation vereint wurden. Das auf der Festveranstaltung mit der DFB-Ehrennadel, der höchsten Auszeichnung des Verbandes, geehrte Gründungsmitglied gab seinen vordringlichen Herzenswunsch weiter, als er sagte: "Gerade weil für das dauerhafte Fortbestehen unserer Vereine die Nachwuchsarbeit das Wichtigste ist, wünsche ich mir, dass den Ergebnissen oder auch Vorstellungen von Spielern oder Übungsleitern eine viel größere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es müssen nicht jede Woche alle Altersklassen und Staffeln gedruckt werden, aber in gewissen Abständen hat unser Nachwuchs eine weit höhere Aufmerksamkeit verdient!"

Bernd Trabandt: Wenige Wochen nach seinem 60.Geburtstag bekam der langjährige Schiedsrichter unterschiedlichster Spielklassen die Ehrennadel des Fußballkreises ans Revers geheftet. Stolze 25 Jahre amtierte der heutige Schiedsrichterbeobachter als Unparteiischer, wobei er sehr wohl gewisse Veränderungen bei den Vergleichen bis hin zur Landesliga festgestellt hat: "Früher gab es den Slogan ,Ohne Schiri geht es nicht'. Daran sollte sich auch heute jeder erinnern, da wohl auch durch die Veränderungen in der Gesellschaft die Hemmschwelle deutlich gesunken ist. Was sich heute die Unparteiischen anhören müssen, ist teilweise unerträglich. Dabei sollte jeder darum bemüht sein, fairer Partner der Schiris zu sein. Allein deshalb, damit nicht junge Nachwuchsschiedsrichter resigniert ihr Ehrenamt hinschmeißen."

Achim Feltin: Auch das Mitglied des SV Wacker Ströbitz wurde mit der Schiedsrichter-Ehrennadel des Brandenburger Fußball-Verbandes ausgezeichnet. In Feltins Startbuch als Leiter von Fußballspielen verschiedener Spielklassen stehen nicht nur Vergleiche in der Niederlausitz: "Berufsbedingt hatte ich meine zweite Heimat in Baden-Würtemberg gefunden. Aber ich wollte und konnte von meinem Hobby, der Pfeiferei, nicht lassen. Und so habe ich in Freudenstadt angeheuert, wo man natürlich froh über den Neuzugang aus der Ferne war. So hat sich auch mein Blick auf den Fußball deutlich erweitert, die dort gemachten Erlebnisse helfen mir bis heute weiter. Solche Erfahrungen kann ich heute auch ganz gut in meine Arbeit als Schiedsrichter-Beobachter einbauen. Dabei kommt es nicht darauf an, jeden Pfiff zu kommentieren. Eher geht es um das allgemeine Auftreten unserer Schiris auf dem Platz, eben um die Art der Kommunikation."

Alexander Rosin: Man tritt dem Kunersdorfer Vereinschef sicher nicht zu nahe, wenn man behauptet, dass der nun mit der FLB-Ehrennadel ausgezeichnete "Alex" Rosin ein mindestens ebenso wichtiger Mann beim SV Fichte ist. Dass der Festakt des Fußballkreises auf dem eigenen Gelände stattfand, geht vorrangig auf die Idee des Sportlichen Leiters des Vereins zurück. Traurig war der umtriebige Geschäftsmann allerdings darüber, dass Kreismeister Spremberg nicht zum Duell mit Pokalsieger Kunersdorf antrat. "Was aber in keinster Weise meine große Achtung vor der sportlichen Leistung des Meisters einschränkt. Wer 30 Tore mehr erzielt und am Ende mit neun Punkten Vorsprung durchs Ziel geht, hat es absolut verdient aufzusteigen", so Rosin.