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Auf dem Thron der Champions League

Der aus Hänchen (Spree-Neiße) stammende Olaf Noack ist schon seit 25 Jahren in der Motocross-Szene unterwegs.
Der aus Hänchen (Spree-Neiße) stammende Olaf Noack ist schon seit 25 Jahren in der Motocross-Szene unterwegs. FOTO: Zielonkowski/ski1
HÄNCHEN. Schon seit seiner Kindheit ist Olaf Noack mit dem Motocross-Sport aufs Engste verbunden. Kein Wunder eigentlich, befindet sich doch unweit von seinem Elternhaus die Hänchener Motocross-Strecke "Am Weinberg" sowie der dazugehörige Motorsportclub. Von GEORG ZIELONKOWSKI / ski1

Zwar unternahm Olaf Noack in seiner Jugend auch einige Versuche als aktiver Fahrer. Doch spricht er heute von "recht überschaubaren Leistungen", die er im Sattel der Cross-Maschinen abgeliefert hat. Weit größer waren seit jeher seine Erfolge, die er als Organisator oder Fach-Funktionär erreicht hat. Dieser Tage wurde der Ehrenamtler ins höchste Amt der Motocross-Szene gehoben. Als Race Director wird er im Wettkampfjahr 2017 die Wettbewerbe der MX Masters begleiten. Die RUNDSCHAU sprach mit ihm.

Olaf Noack, zunächst einmal herzliche Gratulation zu Ihrem Aufstieg! Welche Aufgaben genau hat ein Race Director eigentlich wahrzunehmen?

Noack: Vielen Dank. Bisher war ich ja in der Veranstaltungsserie der MX Masters als Sportkommissar für die ordnungsgemäße und fachlich korrekte Abwicklung der Veranstaltungen zuständig. Die Renntechnik der Fahrer und der ordnungsgemäße Ablauf wurden von mir und dem Rennleiter des ausrichtenden Clubs gemeinsam begleitet und kontrolliert. Ein Race Director steht nun für alles in der Verantwortung. Er ist gleichsam der Chef für die komplette Veranstaltung, er muss alles im Blick haben und notfalls auch eingreifen. Er wacht über die Disziplin der Fahrer und er ist nicht zuletzt hauptverantwortlich für die Sicherheit auf der Strecke und drumherum.

Bringen sie uns bitte die Rennserie MX Masters etwas näher...

Noack: Angelehnt an die Fußballer reden wir in unserer Sportart hier von der Champions League. Die drei ausgefahrenen Klassen sind zum einen die "Junior Masters", in denen die bis 15-Jährigen unterwegs sind. Bis zum Alter von 21 Jahren wird der "Youngster Cup" ausgefahren und die "Großen" fahren die "MX Masters".

Wir werden in der neuen Saison 24 Nationen von Australien bis Südafrika und Neuseeland neben allen europäischen Ländern am Start haben. Zugelassen pro Veranstaltung sind bei den MX Masters maximal 96 Fahrer. Titelverteidiger ist übrigens Dennis Ullrich, der mit der Nummer 149 ins Rennen gehen wird.

Macht diese interessante Serie auch in der Lausitz Station?

Noack: Wir werden am 8. und 9. April in Fürstlich Drehna gastieren und am letzten April-Wochenende wird die zweite von insgesamt sieben Veranstaltungen in der Oberlausitz auf der Rennstrecke von Jauer stattfinden.

Zurück zu Ihrer Person: Ist der Aufstieg auf den Thron der MX-Verantwortlichen für Sie eine persönliche Krönung?

Noack: Ich sehe mich da nicht so wichtig. Sicher ist mein Funktionärsweg ein recht langer. Da war die Ausrichtung eines WM-Laufes 1999 bei uns daheim in Hänchen sicher ein Meilenstein. Neun Serien lang war ich als Nationalmannschafts-Team-Manager unterwegs. Mit unseren deutschen Fahrern haben wir 2010 in Denver einen sensationellen dritten Platz in der Team-Wertung belegt. Ein Vierteljahrhundert bin ich in der Szene dabei. Ein kleines Jubiläum wird es Mitte Juli in Tensfeld geben, wenn ich zum 100. Mal als Sportkommissar oder Race Director dabei sein werde.

Gibt es noch Verbindungen nach Hänchen, wo ja nach der WM 1999 inzwischen eher kleinere Rennen stattfinden?

Noack: Doch, die gibt es durchaus. Neulich erst war ich als offizieller ADAC-Vertreter zu Gast bei einer Vorstandssitzung am Weinberg. Und da konnte ich erfreut feststellen, dass einige junge Leute in den Vorstand aufgerückt sind. Der MSC Hänchen wird ja im Sommer sein 50. Vereinsjubiläum feiern, die Vorbereitungen laufen gut, davon konnte ich mich überzeugen.