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| 19:48 Uhr

Tischtennis
Frauen-Power beim Jubiläum in Cottbus

 Im Einzel lieferte sich Anastasiia Burkova (Finnland) in der Lausitz-Arena mit Marek Novotny (Slowakei) ein hochklassiges Finale.
Im Einzel lieferte sich Anastasiia Burkova (Finnland) in der Lausitz-Arena mit Marek Novotny (Slowakei) ein hochklassiges Finale. FOTO: Rüdiger Hofmann
Cottbus. Die 20-jährige Anastasiia Burkova begeistert als einzige weibliche Starterin das Publikum beim großen internationalen Turnier von Automation. Von Rüdiger Hofmann

Sie ist 20 Jahre jung, stammt aus Jaroslawl in Russland, tritt aber inzwischen für Finnland an: Anastasiia Burkova. Beim nunmehr 30. Internationalen Tischtennis-Turnier (ITAC) der SG Automation 86 Cottbus gewann Burkova als einzige Frau (!) im 64 Spieler umfassenden Teilnehmerfeld den Doppelwettbewerb an der Seite ihres Spielpartners Matias Ojala gegen die slowakische Paarung Novotny/Zarik nach 2:0-Satzrückstand und setzte sich außerdem noch mit ihrer finnischen Mannschaft PT Koskin Kaiku im Teamwettbewerb vor der ersten Mannschaft von Elan Sportif de Montreuil (Frankreich) durch.

Im Einzelwettkampf musste sich Burkova lediglich dem Slowaken Marek Novotny von SK Stavmontaze Kosice in einem furiosen Endspiel mit 1:3 geschlagen geben. Auf das bereits sehr druckvolle Spiel von Burkova hatte Novotny meist die passende Antwort mit harten und unglaublich platzierten Konterbällen. Die gut gefüllte Haupttribüne in der Cottbuser Lausitz-Arena, auf der auch Rudolf Sporrer vom Internationalen Tischtennis-Verband (ITTF) und Dirk Schiffler vom Tischtennis-Verband Brandenburg (TTVB) unter den Ehrengästen weilten, zollte den Spielern viel Beifall für einen beherzten Auftritt an drei Wettkampftagen.

Seit 2016 studiert die junge Tischtennisspielerin Burkova englische Informationstechnologie an der Haaga-Helia University of Applied Sciences in Helsinki. Nach mehr als zweijährigem permanenten Aufenthalt in Finnland hat sie die Startberechtigung für das nordeuropäische Land erhalten. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, sagt Burkova nach dem Finale in Cottbus. Dass sie ausschließlich gegen männliche Konkurrenz spielen musste, macht ihr nichts aus, zumal es ihr in Finnland ähnlich geht. „Für mein Spiel ist es sehr gut, mit Männern zu üben“, sagte Burkova mal in einem Interview gegenüber der Europäischen Tischtennis-Union.

 Anastasiia Burkova holte mit ­Matias Ojala den Pokal im Doppel.
Anastasiia Burkova holte mit ­Matias Ojala den Pokal im Doppel. FOTO: Rüdiger Hofmann

Die Fahne für den Gastgeber hielt am Wochenende Holm Kirsten hoch: Er marschierte als Starter für Automation 96 (1996 hatte Automation als überraschender Regionalligameister den Aufstieg in die zweite Bundesliga Nord-Ost geschafft) mit nur einem Satzverlust durch die Trostrunde und wurde Sieger im sogenannten „B-Turnier“. Im Finale schlug der „Automat“ seinen Kontrahenten Marcel Krusch von Schalke 04 souverän mit 3:0.

Die Gelsenkirchener sind eine von fünf Cottbuser Partnerstädten neben Saarbrücken, Zielona Gora aus Polen, Montreuil aus Frankreich und Kosice aus der Slowakei, die Automation zum diesjährigen ITAC eingeladen hatte. Schweden, Bulgaren und Österreicher komplettierten das Feld. Auch regionale Teams aus Berlin, Guben, Forst und von Post Cottbus spielten um die Pokale und Medaillen. Der Gastgeber schickte neben Automation 96 noch eine weitere Truppe von Automation Cottbus ins Rennen. Ein achter Platz im Teamwettbewerb sprang am Ende heraus, was aufgrund der Stärke des Teilnehmerfeldes sehr bemerkenswert ist.

Das Turnier, das zugleich anlässlich des 50-jährigen Vereinsgeburtstages ausgetragen wurde, stand unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Neubert, dem Präsidenten des Landessportbundes Brandenburg. „Hier steckt etwa ein Jahr Vorbereitung drin“, betonte Klaus Lehmann, Ehrenvorsitzender der SG Automation 86 Cottbus.

Das Rahmenprogramm konnte sich ebenfalls sehen lassen: So standen Ausflüge für alle Teams in das Kraftwerk Jänschwalde und nach Burg in den Spreewald auf dem Plan. Die große Festveranstaltung fand im Radisson Blu Hotel am Samstagabend statt. Zuvor hatten Dr. Martina Münch, brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch und Wolfgang Neubert das hochrangige Turnier am Freitag eröffnet. „Man sieht, wie aktiv Europa hier gelebt wird“, sagte Münch bei der Begrüßung.