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"Ach nö – schon wieder Oßnig!"

Die glücklichen Meister-Spieler, vorn von links: Martin Maltzahn, Silvio Zedel und Erhard Drechsler sowie hinten von links: Marcel Schober, Norman Schötz, Stefan Lehmann, Sven Petzke und Rainer Dürre.
Die glücklichen Meister-Spieler, vorn von links: Martin Maltzahn, Silvio Zedel und Erhard Drechsler sowie hinten von links: Marcel Schober, Norman Schötz, Stefan Lehmann, Sven Petzke und Rainer Dürre. FOTO: Zielonkowski/ski1
Leuthen/Oßnig. Langer Atem zahlt sich aus: Nach einer Saison, die alles andere als glatt lief, hat sich der Seriensieger SV Leuthen/Klein Oßnig am Ende doch wieder den Meistertitel in der Bundesliga der Billardkegler gesichert. "Ach nö – schon wieder Oßnig!" So werde manch ein Konkurrent sicher denken, glaubt Rainer Dürre vom alten und neuen Meister. Georg Zielonkowski / ski1

Augenzwinkernd räumt er angesichts des 16. Titels eine "gewisse Eintönigkeit" ein. Verdient ist der Team-Pokal aber dennoch, auch wenn es lange nicht nach einem erneuten Triumph aussah.

Überraschende Punkteinbußen hatten dem Serienmeister zeitweilig einen Rückstand in der Tabelle beschert. "Mir waren meinen lächerlichen 196 Punkte am zweiten Spieltag in Netzen unheimlich peinlich. Damit hatte ich die knappe Niederlage ganz allein auf dem Gewissen. Aber mir hat niemand einen Vorwurf gemacht, wir sind halt eine tolle Truppe", erinnert sich der zeitweilig in Leuthen/Oßnigs erste Mannschaft aufgerückte Marcel Schober.

Anschließend unterlag der Meister gleich noch in Chemnitz, an eine sorglose Titelverteidigung war kaum noch zu denken. Als dann auch noch der wacker aufspielende Neuling Guben dem Favoriten am 14. Spieltag den Zahn zog, ging es für Dürre, Zedel & Co. lediglich nur noch um einen Platz unter den besten drei.

Von da an ging es allerdings verlustfrei durch das Restprogramm, das manch Überraschung parat hielt. Spitzenreiter Spremberg scheiterte gleich doppelt in Netzen und Britz und auch der aktuelle zweite Netzen patzte am vorletzten Spieltag in Chemnitz. So ging es für die seit November 2011 daheim ungeschlagene Oßniger am Schlusstag nur noch um ein meisterliches Schlussergebnis, was mit einem 1805:1592 gegen Rotweiß Netzen auch gelang.

Der lange die Tabelle anführende FSV Spremberg musste sich am letzten Spieltag mit seinem grandiosen Saisonrekord (1857 Holz) trösten, als zum fünften Mal die 1800-Holz-Grenze deutlich übertroffen wurde. So ist Rang zwei im Schlussklassement als genauso verdient einzustufen wie der Bronzeplatz der SG Netzen.

Großen Respekt nötigt zudem die Leistung von Klassen-Neuling Guben ab. "Diese Truppe hat unsere Liga wunderbar bereichert. Das sage ich nicht nur wegen unserer dort kassierten Niederlage. Platz fünf mit einem ausgeglichenen Punktekonto ist doch eine großartige Leistung, dafür mein Kompliment", so Oßnigs Erhard Drechsler.

Die früher stets in den Spitzenkampf eingreifenden Spieler aus der Cottbuser "Friedensburg" vom VBSF haben sich als Tabellensiebter zwar um einen Rang verbessert, das Generationsproblem klebt ihnen dennoch am Queue. Während Bohsdorf sich um einen Platz nach oben geschoben hat, erlebte Neuzauche einen kapitalen Sturz von Rang vier des Vorjahres auf Platz acht. Für Neuling Tschernitz bedeuteten die beiden Siege gegen die Billardfreunde Cottbus und den Chemnitzer BC Ende Februar den nötigen Punktzuwachs, um zunächst die Relegationsrunde zu erreichen. Über Wochen hing zuvor warnend die rote Laterne über dem grünen Tuch des BSV Chemie.

Der Ranglisten-Erste Marcus Marsch (Chemnitz) hat seinen imaginären Einzeltitel mit einen Generaldurchschnitt von stolzen 318 Holz verteidigt. Der Beste Brandenburger dieser Wertung ist Uwe May (311,39) vom Vizemeister FSV Spremberg.