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| 19:21 Uhr

Tischtennis
50 Jahre Zelluloid-Kunst

Prächtige Geburtstags-Laune bei der SG Automation Cottbus (v.l.): Vereins-Vorsitzender Klaus Lehmann, Andreas Peplowsky (Automations dienstältester Spieler), Rüdiger Hofmann (Leiter der Abteilung Tischtennis) und Volker Löwe (Automation-Mitbegründer und Ehrenmitglied).
Prächtige Geburtstags-Laune bei der SG Automation Cottbus (v.l.): Vereins-Vorsitzender Klaus Lehmann, Andreas Peplowsky (Automations dienstältester Spieler), Rüdiger Hofmann (Leiter der Abteilung Tischtennis) und Volker Löwe (Automation-Mitbegründer und Ehrenmitglied). FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Die Tischtennisspieler der SG Automation Cottbus waren einst sogar besser als der FC Energie. Von Georg Zielonkowski

 Zunächst an den grünen und abends an den festlich gedeckten Tischen haben sich am vergangenen Wochenende aktuelle und frühere Tischtennisspieler der SG Automation Cottbus getroffen. Beim großen Jubiläum wurde natürlich in den Erinnerungen an die zurückliegenden 50 Jahre gekramt. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahrzehnten, am  4. September 1968, wurde der Verein als BSG Automation aus der Taufe gehoben. Verschiedene Strukturwechsel mit der Aufnahme von Tischtennissektionen anderer Vereinen der Stadt (Lok und Motor) prägten das Bild der frühen Jahre. Wodurch sich auch die Spielstärke der AC-Spieler stets weiter entwickelte.

Dabei gab es jedoch gleich zu Beginn, im Jahr 1969, eine sportliche Enttäuschung. „Da sind wir in der DDR-Liga Süd Meister geworden und nahmen an den Aufstiegsspielen zur höchsten Spielklasse teil. Leider sind wir damals als Dritter der Qualigruppe gescheitert“, erinnert sich der damalige und jetzige SG-Vorsitzende Klaus Lehmann.

Ein aus anderen Gründen vergebener Aufstieg sollte Jahre später erneut eine traurige Rolle im Vereinsleben spielen. Zunächst aber glückte den Automationern 1972 doch der Aufstieg in die DDR-Oberliga, in der man insgesamt 17 Jahre lang erfolgreich agierte, wie durch den Gewinn der Bronzemedaille 1983 bewiesen wurde. Hartmut Vierk und Michael Rosonsky entwickelten sich in dieser Zeit zu Nationalspielern, Kapitän Werner Kleinert kam als Rekordspieler des Vereins auf 520 Einsätze, Andreas Peplowsky stand gar 850 Mal als Mitglied der AC-Mannschaft an der Platte.

Einen auch international guten Namen machte sich Automation in den 1970er-Jahren mit der Organisation der eigenen Turniere. Teams aus Ungarn, der damaligen CSSR und Bulgariens waren hier zu Gast, selbst eine australische Mannschaft nahm 1971 am sechsten internationalen Turnier des DTTV teil.

Mit der politischen Wende kamen weitere internationale Sportfreundschaften hinzu, jahrelange regelmäßige Kontakte inklusive. Allerdings verabschiedeten sich zu dieser Zeit auch einige Leistungsträger aus dem Team von Automation 68, wie der Verein inzwischen hieß. Dennoch wurde Automation 1995 Regionalligameister und erhielt damit die Berechtigung, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. „Finanziell war dieses Abenteuer für uns aber nicht machbar, zumal wir im Interesse der eigenen Spielstärke fremde Spieler hätten hinzu holen müssen. Nicht allen im Verein hat unsere Entscheidung damals gefallen, auf das Aufstiegsrecht zu verzichten“, erzählt Klaus Lehmann. „Geblieben ist aber ein ganz kleiner moralischer Erfolg. Immerhin hatten wir noch vor den Energie-Fußballern sportlich die Spielberechtigung für eine 2. Bundesliga erreicht. Aber es war tatsächlich damals finanziell unmöglich, uns ins Abenteuer Bundesliga zu stürzen“, so Lehmann, der langjährige Tischtennis-Chef des Vereins.

Im Besonderen ihm ist es zu verdanken, dass sich Automation Cottbus international einen bleibenden Ruf erworben hat. Die Internationalen Turniere „ITAC“ haben Jahr um Jahr die Elite dieser Sportart nach Cottbus gerufen, wie die Teilnahme von insgesamt 48 ausländischen und 58 deutschen Vereinen hinlänglich bewiesen hat. Dass 30. derartige Turnier sollte dieser Tage  anlässlich des 50. Vereinsgeburtstages stattfinden. Doch aufgrund einer längeren Erkrankung von Klaus Lehmann musste das Jubiläumsturnier ausfallen. Es soll nun im August des kommenden Jahres nachgeholt werden.