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| 18:45 Uhr

Schulstreit in SPN
SPN-Landrat irritiert über Drebkauer Schul-Pläne

Den Plänen des Drebkauer Bürgermeisters Dietmar Horke (parteilos) zufolge, soll an der Grundschule in der Stadt 2019/20 eine Sekundarstufe eingerichtet werden.
Den Plänen des Drebkauer Bürgermeisters Dietmar Horke (parteilos) zufolge, soll an der Grundschule in der Stadt 2019/20 eine Sekundarstufe eingerichtet werden. FOTO: Daniel Schauff / LR
Kolkwitz/Drebkau. Kolkwitz bleibt der Nummer-eins-Standort für die neue Schule im Kreis, sagt Harald Altekrüger. Von Daniel Schauff

Die Freude über die Drebkauer Schulpläne hält sich bei Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) in Grenzen. Er sei „überrascht“ gewesen, weil es dazu im Kreistag keine Abstimmung gegeben habe, sagte Altekrüger am Donnerstagabend im Kultur- und Bildungsausschuss des Landkreises. Die gab es hingegen für den Schulstandort Kolkwitz. Dort sollte eigentlich bereits zum Schuljahr 2018/19 eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe entstehen. Der entsprechenden Antrag beim Bildungsministerium wurde jedoch abgelehnt. Als ein grundsätzliches Nein zur Schule in Kolkwitz will der Landrat das nicht begreifen. Das Landratsamt habe vielmehr nun ein bisschen mehr Zeit, um den Antrag weiter zu qualifizieren. Zum Schuljahr 2019/20 soll es eine weiterführende Schule im südwestlichen Landkreis geben – das ist Altekrügers gestecktes Ziel. Und mehr noch: Im Mai wird es einen Termin mit Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) geben. Bis dahin, so der Landrat, wolle er Klarheit haben.

Das Bildungsministerium hatte auch gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt: Das Nein von Ende Dezember sei kein kategorisches gewesen. Vielmehr habe man die Schule auf Basis des eingereichten Antrags nicht genehmigen können. Die Bedrohung anderer Schulen und die kurze Zeit bis zum geplanten Schulstart waren laut Altekrüger nur zwei von gleich mehreren Punkten, die das Ministerium zum vorläufigen Ablehnen einer Kolkwitzer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe bewegt hat.

Klarheit wollen auch die Drebkauer Eltern. Petra Nowka (Ortsteile-Bündnis), sachkundige Einwohnerin im Kreis-Ausschuss und Stadtverordnete in Drebkau, verteidigte die Pläne ihres Bürgermeisters Dietmar Horke (parteilos). Mit dem Nein zur Kolkwitzer Schule hätten die Eltern in Drebkau erneut in der Luft gehangen. Bei einem Ja zur Kolkwitzer Schule werde Drebkau den Antrag auf die Einführung eines Schulzentrums zurückziehen, kündigte sie an. Der Drebkauer Stadtverordnete und Ausschussmitglied Rüdiger Krause (CDU) ergänzt: „Wenn es eine weiterführende Schule im Landkreis gibt, werden wir dem Landkreis kein Schulzentrum vor die Füße schmeißen.“ Bürgermeister Horke selbst allerdings zweifelt daran, dass die Kolkwitzer Schule überhaupt genehmigt werden könne. Zu groß sei das Gefährdungspotenzial für die weiterführenden Schulen in Vetschau (OSL) und Burg (SPN). Drebkau hingegen würde keine Schule gefährden, stattdessen auch den Welzower und Neuhausener Kindern einen nahen Schulweg eröffnen.

Ilona Sieg, Schulrätin im Staatlichen Schulamt in Cottbus, wies darauf hin, dass mit den beiden dem Ministerium nun vorliegenden Anträgen aus Kolkwitz und aus Drebkau eine Konkurrenzsituation entstehe. Konkret: Mindestens die Schüler aus Drebkau würden damit in der Argumentation für die Schule in Kolkwitz wegfallen.