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| 18:02 Uhr

Schulstreit
Kreistag diskutiert Schulstandort in Annahof

Forst. SPN-Gremium soll am Mittwoch neuer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zustimmen. Von Daniel Schauff

Der Spree-Neiße-Kreistag wird in einer Sondersitzung am kommenden Mittwoch, 22. August, über den Standort der geplanten neuen weiterführenden Schule mit gymnasialer Oberstufe diskutieren. Das geht aus der Tagesordnung hervor. CDU, SPD/Landwirtschaft-Umwelt, Linke, Freie Bürger und die Freien Wähler SPN haben einen Beschlussantrag eingereicht, mit dem der Kreistag erklären soll, den Standort Annahof in Klein Gaglow (Kolkwitz) mittragen zu wollen. Der Standort war zunächst von Karsten Schreiber (SPD), dem Bürgermeister von Kolkwitz, Dietmar Horke (parteilos), Bürgermeister von Drebkau und dem amtierenden Amtsdirektor von Burg, Christoph Neumann, in einem Positionspapier vorgeschlagen worden. Damit würde sich der ursprüngliche Plan einer Schule im Ort Kolkwitz verändern. Den hatte das Bildungsministerium in einem ersten Anlauf nicht genehmigt, unter anderem wegen einer möglichen Bedrohung des Schulstandortes Vetschau. Gleichzeitig ist der Kreistag an den Beschluss, Kolkwitz zum neuen Schulstandort zu machen, gebunden.

Überraschend war die Unterschrift Horkes unter dem Positionspapier. Nach der Absage des Ministeriums an den Kreis für den ursprünglich geplanten Standort hatte Drebkau selbst Schulpläne geschmiedet. In Drebkau selbst soll die jetzige Grundschule ausgebaut werden, weiterführende Klassen sollen – zeitgleich mit dem geplanten Beginn der Kolkwitzer Schule – eingerichtet werden. Anvisiert ist das Schuljahr 2019/20. Auch zum Schulstandort Drebkau gibt es einen Beschluss – von der dortigen Stadtverordnetenversammlung. Von der Drebkauer CDU bekam Horke für das Positionspapier bereits Gegenwind. An den eigenen Schulplänen halte man fest. Auch der designierte Drebkauer Bürgermeister Paul Köhne (CDU) betont, dass der Beschluss der Stadtverordneten über die Gründung eines Schulzentrums in Drebkau umgesetzt werden müsse. Horke selbst betonte auf Nachfrage: Auch er halte an dem Beschluss fest – solange, wie es keine neue Schule im südwestlichen SPN-Kreis gebe, mit der auch den Drebkauer Kindern geholfen sei. Mit dem Standort Annahof könne er bei einer Schulgründung in Kolkwitz leben.

Im kommenden Schuljahr soll sich derweil bereits eine Besserung für Drebkauer Schulkinder bezüglich der Schulweglänge einstellen. Künftig wird es einen Bus geben, der zwischen Drebkau, Welzow und Großräschen verkehrt und die Fahrtzeiten für die vielen Kinder, die im Nachbarkreis zur Schule gehen, erheblich verkürzen sowie Umstiege unnötig machen.

Das Landesamt für Bauen und Verkehr hat die Schulbuslinie mittlerweile genehmigt. Landrat Harald Altekrüger (CDU): „Statt wie bisher mit mehreren Umstiegen, werden nun fast alle Schülerinnen und Schüler durch die Direktverbindung eine Fahrtdauer von unter einer Stunde haben. Es freut mich sehr, dass wir dieses Fahrtangebot pünktlich zum Schulbeginn starten können. Die Einrichtung des Fahrtangebotes wurde erforderlich, da im südwestlichen Bereich des Landkreises Schulplätze an weiterführenden Schulen nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Ich wünsche mir, dass wir im Sinne unserer Kinder und Eltern in der kommenden Woche im Sonderkreistag einen großen Schritt in Richtung Gesamt­schule mit gymnasialer Oberstufe für den Landkreis Spree-Neiße vorangekommen.“