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| 14:01 Uhr

Laster-Durchfahrtverbot
Lärmzoff an B 169 kostet erste Jobs

 Blick auf den Tank- und Rasthof Drebkau (Spree-Neiße), der von einem Lkw-Fahrverbot auf der B 169 unmittelbar betroffen wäre.
Blick auf den Tank- und Rasthof Drebkau (Spree-Neiße), der von einem Lkw-Fahrverbot auf der B 169 unmittelbar betroffen wäre. FOTO: Ch. Taubert
Cottbus. Des einen Freud, ist des anderen Leid. Das Durchfahrtverbot auf der B 169 kostet die ersten Jobs. Enorme Umsatzverluste lassen einigen Unternehmen keine andere Wahl, als Personal abzubauen. Von Jan Augustin

Das seit Mitte März geltende Laster-Durchfahrverbot auf der Bundesstraße 169 zwischen Cottbus und Senftenberg hat erste Arbeitsplätze gekostet. Unternehmer des Tank- und Rasthofes bei Drebkau klagen über massive Umsatzverluste. Der Abschleppservice wurde bereits verkauft. Die Lkw-Werkstatt soll zum 30. September schließen.

Erste Mitarbeiter entlassen

Von insgesamt 20 Mitarbeitern sind sechs entlassen, drei weiter infrage gestellt. Die Agip-Tankstelle muss laut Betreiber Jens Milde mit 100 Lastern pro Tag weniger auskommen. Pro Monat verkaufe er jetzt über 100 000 Liter Kraftstoff weniger. Noch habe er das Glück, dass ihn der Mutterkonzern unterstütze. „Aber das wird auf lange Sicht nicht funktionieren“, sagt er beim B169-Stammtisch in Klein Oßnig.

Planungsstart für Ortsumfahrungen ausgerufen

Dort sind aber auch gute Nachrichten verkündet worden. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) hat für die Ortsumfahrungen von Klein Oßnig, Annahof und Klein Gaglow an der B 169 sowie für Gallinchen an der B 97 den offiziellen Planungsstart ausgerufen. Eine Ingenieurgruppe hatte in den vergangenen Wochen die Verkehrsströme analysiert und nun ein Ergebnis vorgelegt. Das sieht auch einen neuen Autobahnanschluss bei Kolkwitz vor, um den Cottbuser Technologie- und Industriepark anzubinden.

Mit dem für die künftige Ortsumfahrung bereits feststehenden neuen Anschluss bei Kahren hätte Cottbus in einigen Jahren vier Autobahn-Anschlüsse. Die Industrie- und Handelskammer spricht von einem guten Signal für die lärmbetroffenen Einwohner und die Wirtschaft.