ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:02 Uhr

Peitz
Spectaculum auf der Zitadelle zieht Tausende Besucher an

 Das Spectaculum rund um den Peitzer Festungsturm bot am Wochenende spannende Einblicke in die Stadtgeschichte. mehrere Tausend Besucher freuten sich über das Markttreiben und die Aufführungen.
Das Spectaculum rund um den Peitzer Festungsturm bot am Wochenende spannende Einblicke in die Stadtgeschichte. mehrere Tausend Besucher freuten sich über das Markttreiben und die Aufführungen. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Mehrere Tausend Besucher  nehmen Einblick in die Peitzer Stadtgeschichte. Von Marion Hirche

„Heute ist unsere Altstadt eine begehrte Wohngegend“ verkündete  Stadtschreiber Hieronymus, dargestellt von Jörg Deuse, am Ende einer turbulenten Aufführung seiner Theatercompany Peitz. Dank der  kleinen Peitzer Bühne und Dank Autor Mirko Huhle vom Tourismusamt Peitz ist  mit Unterstützung vieler fleißiger Hände am Sonnabendabend Peitzer Geschichte lebendig geworden.  

Die Mimen zeigten in einer fast zweistündigen Inszenierung   Ereignisse aus der mehr als 700-jährigen Historie der Festungsstadt: Thema war der „Gubener Frieden“ vom Juni 1462, der besiegelte, dass Peitz und Cottbus in Kurmärkischer Hand bleiben und damit zur Enklave in der böhmischen Lausitz wurden. erzählt wurde auch, wie man letztendlich zu den fast zwei Millionen nötigen Ziegeln für den Bau der Festung im 16. Jahrhundert kam, wie der Pfarrer der Stadt Peitz dafür sorgte, dass den Einwohnern von Peitz nach der Kapitulation der Feste 1758 trotz der Übergabe an den österreichischen General Laudon nicht passierte und wie im 18. Jahrhundert sächsische Tuchmacher angesiedelt wurden, die darunter litten, dass es in der Stadt keine eigene Walke gab.

Das Alles war in den  120 Minuten, die mit Liedern vom Peitzer Popensemble „picena juvenalis“ bereichert wurde, zu erfahren. „Das mit dem Gubener Frieden wusste ich nicht. Ich finde diese Aufführung richtig gut. Ich werde jetzt noch mal einiges nachlesen“, lobte Monika Heidenfeld aus Peitz das Gesehene.

 Die Theatervorstellung war der Höhepunkt des  „Spectaculums auf der Peitzer Zitadelle“. Aber auch das gesamte Drumherum besaß  geschichtliche Relevanz und strahlte Liebe zur eigenen Geschichte aus.  Amtsdirektorin Elvira Hölzner, selbst im historischen Gewand, hatte am Nachmittag diese Veranstaltung eröffnet. „Wir haben in den  25 Jahren unserer Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern  mehr als 14 Millionen Euro Fördermittel bekommen. Die mehr als drei Millionen Euro, die wir selbst beisteuern mussten, sind uns sehr schwer gefallen, aber es ist gut, dass wir durchgehalten haben. Unsere Altstadt ist wunderschön geworden“, betonte die Amtschefin.

Das Festungsareal bot eine optimale Kulisse für das historische Spektakel, das mehrere Tausend Besucher genossen. Olaf Jurisch aus Jänschwalde drehte mit Armkraft ein hölzernes Kettenkarussell,  Hans Matthias Nitschke aus Cottbus freute sich, dass Nils, Delf, Arved und Christian und viele andere Spaß  beim Kartoffelsackrauswurfspiel hatten.  Der PSV Kampfkünste 90 bot die Möglichkeit, sich im Schwertkampf zu probieren.   Gisela Lübbers aus Cottbus schaute begeistert zu, wie ihre Enkel Tim und Max sich als Kämpfer ausprobierten. Julius Blossey testete sich als Bogenschütze. Er nutzte eine kurze Pause zum schießen, denn er betreute als Vertreter der „Arche Noah“ den Streichelzoo.  

Am Eingang zum Festungsareal wachten die  Mitglieder des Historischen Vereins zu Peitz in ihren preußischen Uniformen  über die Ordnung auf den Gelände. Sie hatten dort ihre weiß-blauen Zelte aufgeschlagen, in den sie auch nächtigten. Der Festungsturm  bot die Möglichkeit zu einem weiten Blick ins Land, der Peitzer Nachtwächter Peter Müller erzählte manche  Festungsgeschichte. In der Zitadelleschänke, die  leider  nicht passend beleuchtet war, labten sich die Spektakelbesucher.  

Historisch konnte man sich bei Hankes aus Tauer stärken,  Karola Schultke aus Drewitz bot das an, was auch schon im Mittelalter mit Hilfe von Bienen produziert wurde.  Der Peitzer Olle Güni bot  selbst gefertigte Gegenstände aus Holunderholz gefertigt an, wie sie damals üblich waren.  

 Das Spectaculum rund um den Peitzer Festungsturm bot am Wochenende spannende Einblicke in die Stadtgeschichte. mehrere Tausend Besucher freuten sich über das Markttreiben und die Aufführungen.
Das Spectaculum rund um den Peitzer Festungsturm bot am Wochenende spannende Einblicke in die Stadtgeschichte. mehrere Tausend Besucher freuten sich über das Markttreiben und die Aufführungen. FOTO: Marion Hirche