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Sparkasse Spree-Neiße motiviert weiter zum Sparen

Die Sparkasse Spree-Neiße ist trotz Niedrigzinsphase gut für die nächsten Jahre aufgestellt.
Die Sparkasse Spree-Neiße ist trotz Niedrigzinsphase gut für die nächsten Jahre aufgestellt. FOTO: zvg
Cottbus/Spree-Neiße. Der Weltspartag geht auf eine Idee vom 1. Internationalen Sparkassenkongress 1924 zurück und wird seitdem begangen. Auch in diesem Jahr erinnert die Sparkasse Spree-Neiße am 28. Oktober wieder mit Sparschweinen und anderen Werbegeschenken ans Sparen. Angesichts der Niedrigzinsen und der Debatte über den Negativzins sind viele Privatkunden besorgt um ihre Sparanlagen. Annett Igel-Allzeit

Für die Kommunen, die mit ihren Gemeindevertretern und Stadtverordneten gerade über ihre Haushaltsentwürfe für 2017 diskutieren, hat Sparsamkeit ständig oberste Priorität. Der Cottbuser Finanzbeigeordnete Markus Niggemann muss in diesem Jahr erstmals eine Streichliste für die freiwilligen Aufgaben der Stadt präsentieren. Die Produktion eines Museumsführers fürs Stadtmuseum für 18 500 Euro ist dabei ebenso im Gespräch wie die Anhebung der Parkgebühren und höhere Eintrittspreise für den Tierpark.

Ulrich Lepsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Spree-Neiße, treiben solche Nachrichten um. Die Sparkasse Spree-Neiße unterstützt die klammen Haushaltskassen der Kommunen - im vergangenen Jahr mit 6,7 Millionen Euro. "In den vergangenen zehn Jahren waren es stolze 58,3 Millionen Euro, die Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis aus unserem Haus zugute gekommen sind", sagt Ulrich Lepsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Spree-Neiße.

Er stammt aus dem Neckartal, einem landschaftlich schönen, aber engen Landstrich, und liebt die Spree-Neiße-Region mit ihrer Weite, ihren Seen. Nach fünf Jahren im sächsischen Dippoldiswalde kam er 1995 nach Cottbus - und blieb. "Es ist eine lebenswerte Region mit einer ausgezeichneten Lage zwischen Dresden und Berlin," lobt Ulrich Lepsch.

Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Sparkasse Spree-Neiße heute zu den erfolgreichsten Kreditinstituten Deutschlands zählt. Aber die Zeiten haben sich geändert, die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt die Banken und Sparkassen vor große Herausforderungen. "Die andauernde Phase der Niedrigzinsen ist nur noch politisch getrieben - mit dem Ziel, die Verschuldung der Staaten zu verringern. Schulden zu machen soll kein Geld mehr kosten." Die Grundidee des Weltspartages, Geld auf die hohe Kante zu legen, um sich in ein paar Jahren einschließlich der Sparzinsen eine größere Ausgabe leisten oder das Alter absichern zu können, erscheint auf den ersten Blick nicht mehr lohnenswert. "Das kommt einer Enteignung des Volkes gleich", sagt Lepsch.

Kreditinstitute müssen schon heute Strafzinsen auf ihre Einlagen bei den Landes- und Notenbanken zahlen. Darüber hinaus verlangen einige Banken bereits "Verwahrentgelte" von ihren Kunden. Lepsch sieht das mit Sorge: "Das will ich mir für unsere Sparkasse nicht vorstellen. Es entspricht nicht unseren Wertevorstellungen, wenn Schuldenmachen belohnt wird." Die Sparkasse Spree-Neiße ist sicher und stabil aufgestellt. Die Kunden vertrauen ihrem regionalen Finanzpartner. Die Kundeneinlagen sind in diesem Jahr bis zum 30. September erneut um 60 Millionen Euro gewachsen - allein 50 Millionen Euro davon seien Spareinlagen. Und über 100 Millionen Euro Kreditvolumen hat die Sparkasse Spree-Neiße in diesem Jahr schon ausgezahlt.

Lepsch spricht ungern von einer großen Bankenkrise. Aber auch für die Genossenschaften und Sparkassen habe eine Krisenzeit, verursacht durch die schon lang anhaltende Niedrigzinsphase, begonnen. Die beiden Großbanken, Deutsche Bank und Commerzbank, so Ulrich Lepsch, stecken seit 2007/2008 in einer gewaltigen Krise. "Man hat ja schon Mitleid mit der Deutschen Bank. Für ihre zahlreichen Rechtsstreitigkeiten musste sie bereits Milliarden zahlen und es stehen noch viele Verfahren aus. Das ist auch der Hauptgrund für ihre tiefe Vertrauenskrise."

Was die Sparkassen und Genossenschaftsbanken anders machen? "Wir haben die sehr guten Ergebnisse der zurückliegenden Jahre genutzt und kontinuierlich Rücklagen aufgebaut. Wir sind auch für die kommenden Jahre sehr gut aufgestellt." So eine vorausschauende Finanzplanung empfehlen sie auch weiterhin den Kunden: sparen und für das Alter vorsorgen. "Bei Geldanlagen sollte man gerade jetzt auf Wohneigentum setzen," rät Ulrich Lepsch. Aber auch hier habe leider die Regulatorik zugeschlagen. Im März dieses Jahres ist die Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie in Kraft getreten.

Vor allem jungen Familien und Senioren wird damit die Kreditaufnahme erschwert. "Ist das nicht schon ein Eingriff in die persönliche Freiheit eines Bürgers?", so Lepsch nachdenklich. Ihn fasziniert die Idee von der Förderung von Wohnungseigentum im Alter. "Gerade angesichts der kleiner werdenden Renten wäre es gut, wenn die Senioren im Alter keine Mieten mehr zahlen brauchen. Aber da müssten auch die Wohnungsbaugenossenschaften oder Eigentümer von Großprojekten in der Region mitspielen. Hier, in unserem Geschäftsgebiet, ist man da durchaus offen."

Trotz der nicht einfachen Situation unterstützt die Sparkasse Spree-Neiße Vereine und Aktivitäten in der Region weiterhin umfangreich mit Spenden und Sponsoring. Über 2,1 Millionen Euro sind 2015 aus Sparkassen-Mitteln in die Kultur, den Sport und soziale Bereiche in Cottbus und Spree-Neiße geflossen. Hier will und wird die Sparkasse laut Lepsch auch in Zukunft nicht sparen. In diesem Jahr sind bereits fast 500 Projekte und Ideen gefördert worden.

Zum Thema:
Die Sparkasse Spree-Neiße beschäftigt eigenen Angaben zufolge 369 Mitarbeiter und 37 Auszubildende. In der Stadt Cottbus und im Spree-Neiße-Kreis ist sie mit 43 Geschäftsstellen präsent, 15 davon sind SB-Geschäftsstellen. Das Geschäftsvolumen konnte im Vorjahr ausgebaut werden, zum ersten Mal hatte die Bilanzsumme die Drei-Millarden-Marke überschritten - und lag bei knapp 3,035 Milliarden Euro. Obwohl die Region einen Verlust von rund 1000 Menschen verkraften musste, stiegen die Kundeneinlagen im Vorjahr einschließlich der Sparkassenkapitalbriefe auf 2,48 Milliarden Euro, bis zum September dieses Jahres sind sie um weitere 60 Millionen Euro gewachsen - 50 Millionen davon sind Spareinlagen.