Auf rund 1600 Fälle pro Jahr hat sich der Unterhaltsvorschuss, den die Stadt Cottbus an Alleinerziehende zahlt, eingepegelt. Darüber informiert Gundula Mrose von der Stadtverwaltung. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist das fast eine Verdoppelung der Fälle. Der starke Anstieg geht allerdings hauptsächlich auf die geänderten gesetzlichen Regelungen zurück. Seit Juli 2017 haben Kinder auch über zwölf Jahren eine Anspruch auf diese Sozialleistung. Die Befristung der Zahlung auf 72 Monate ist ebenfalls entfallen.

Unterhaltsvorschuss ist eine besondere Hilfe für Alleinerziehende, die für ihr Kind keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil erhalten. Finanziert wird die Sozialleistung komplett von Bund und Land. 3,8 Millionen wurden dafür im Jahr 2018 allein in Cottbus aufgewendet.

Cottbus bekommt Unterhaltsvorschuss selten zurück

Die Stadt muss allerdings die Kosten für die Unterhaltsvorschussstelle tragen, wie Mrose erklärt. Auf acht Mitarbeiter wurde der Bereich aufgestockt. Allerdings seien die Ressourcen noch immer nicht ausreichend. Eine zusätzliche Stelle sei für das zweite Quartal 2020 geplant. Denn der Unterhaltsvorschuss ist nur eine Vorleistung. Das Land holt sich das Geld zurück, so Mrose. Die Rückgriffsquote lag im Vorjahr allerdings lediglich bei knapp 13 Prozent. Damit liegt Cottbus noch über dem Brandenburg-Durchschnitt von zehn Prozent.

Der Unterhaltsvorschuss für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr liegt bei 369 Euro, bei Kindern bis zum zwölften Lebensjahr beträgt er 424 Euro und bei Kinder bis zum 18. Lebensjahr sind es 497 Euro.