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| 01:04 Uhr

Sozialer Zündstoff

Sie haben putzige Alias-Namen: „Droschkenfahrer“ oder „Drachentochter“ . Das ist aber auch das einzig Harmlose an den Cottbuser Intensiv-Straftätern im Kindes- und Jugendalter.

Statt einer behüteten Kindheit sind Gewalt und Verbrechen der Alltag in ihrem jungen Leben.
Wie es dazu kommt, wurde oft erklärt: Falsche, vielleicht gar keine Erziehung im Elternhaus, zu wenig Beachtung in der Schule, Schulschwänzen, Heim, Ausreißen, schlechte Gesellschaft, Drogen.
Einen Jugendlichen, der auf diese Weise bereits vollkommen zum Außenseiter geworden ist, wieder einzugliedern, muss eine Aufgabe am Rande des Wahnsinns sein. Sie misslingt entsprechend oft.
Vorbeugen ist besser. Intervention in verkorksten Familien, Hilfestellung für überlastete Lehrer, individuelle Betreuung, gutes Streetwork sind extrem aufwändig und kostspielig. Aber das sind die gesellschaftlichen Folgen von Kriminalität mit schwacher Resozialisierungs-Wahrscheinlichkeit auch. So kann man nur hoffen, dass die Bemühungen der Cottbuser Polizei und Justiz irgendwann greifen. Gewalttätige Jugendbanden als Dauerzustand - das ist nicht nur ein Imageschaden, sondern ein Indiz für sozialen Schaden in einer Kommune.