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| 16:42 Uhr

Museum beleuchtet Tradition
Drebkau zeigt Ostereier aus aller Welt

 Familie Grönninger aus Minden zählte zu den Premierengästen in der diesjäghrigen Ostereierausstellung in Drebkau am Sonntag.
Familie Grönninger aus Minden zählte zu den Premierengästen in der diesjäghrigen Ostereierausstellung in Drebkau am Sonntag. FOTO: Marion Hirche
Drebkau . Sorbische Webstube präsentiert eine Ausstellung mit mehr als 2500 Exponaten von fünf Kontinenten. Von Marion Hirche

In der Sorbischen Webstube im Dr.-Lotar-Balke-Haus am Drebkauer Marktplatz findet die die diesjährige Ostereierausstellung statt Zu sehen sind ungefähr 1500 Ostereier von allen fünf Kontinenten. Die meisten Exponate stammen aus der Sammlung des Drebkauer Ethnographen Dr. Lotar Balke. Er schenkte seine umfangreiche Kollektion seiner Heimatstadt.

Die Drebkauer Museumsverantwortlichen präsentieren diese gestalteten Kostbarkeiten seit vielen Jahren im Kontext mit Osterbräuchen. So werden auch Osterklappern gezeigt, wie in der Oberlausitz verwendet. Auf Bildern sind Ostersängerinnen in ihren typischen Trachten zu entdecken. Palmenwedel aus Polen demonstrieren Osterbräuche in unserem Nachbarland. Ostersemmeln erzählen von Gewohnheiten hierzulande.

In den Fokus des Betrachters rücken die Graniteier aus Norwegen, genagelte Eier aus Ungarn, Holzeier aus Finnland, die vielen filigran gestalteten Hühnerfrüchte sorbisch/ wendischer Künstler. In der großen Vitrine des ersten Schauraumes ist in diesem Jahr wieder etwas Neues zu entdecken, denn Museumsleiterin Roswitha Baumert und ihre Mitarbeiterin Katalin Poraczki haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Sammlung je nach Möglichkeit weiter zu komplettieren.

Zu den Hinguckern hinter Glas zählt ohne Frage die Präsentation der Jahreseier aus Hutschenreuther Porzellan aus dem Zeitraum von 1987 bis 2005. Darüber hinaus sind drei weitere äußerst wertvolle Eier ausgestellt: Es handelt sich um Nachbildungen von Fabergé-Eiern. Die Originale werden mittlerweile im siebenstelligen Bereich gehandelt, sind in Moskau oder in Paris in großen Sammlungen zu finden.

Aber auch die detailgetreu nachgeformten Kopien von Olaf Frenzel aus Ichtershausen haben bereits einen hohen Wert. Die Drebkauer besitzen nun drei davon: das „Maiglöckchen-Ei“, das mit Blattgold belegte Straußenei und seit diesem Jahr auch das „Krönngs-Ei“. Letzteres wurde im Jahr 1897 in der Juwelier-Werkstatt von Fabergé von Michael Perchin und Henrik Wigström angefertigt. Es ist dem Krönungsmantel der Zarin Alexandra nachempfunden. Im Inneren befindet sich eine kleine Kutsche, mit der Zar Nikolaus II. und seine Frau Alexandra zur Krönung gefahren wurden. In Drebkau wird das kleine goldene Gefährt neben dem Ei gezeigt.

Am Wochenende wurde diese Rarität auch von Familie Grönniger aus Minden bestaunt. „Wir hatten gestern Familientreffen in Cottbus und haben uns deshalb entschieden, heute diese Ausstellung zu besuchen. Das ist schon was ganz Besonderes hier“, sagte Helga Grönniger.

Bis zum 5. Mai kann jeder Interessent die Ausstellung besuchen. Geöffnet ist sie täglich von 13 bis 17 Uhr außer montags.

Am jetzigen Wochenende gibt es hier noch einen besonderen Höhepunkt: Am letzten Märztag gibt es zwischen 10 und 17 Uhr eine Ostereiermesse, wo man Ostereierkünstlern über die Schulter schauen kann. Sieben haben sich angekündigt. Natürlich kann man die kleinen Kunstwerke auch kaufen und für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt.

Zudem sind wieder alle, die selbst Ostereier verzieren, zur Teilnahme am traditionellen Ostereierwettbewerb aufgerufen. Wer mitmachen möchte, sollte seine Kunstwerke bis Ostermontag in der Sorbischen Webstube einreichen.

 Familie Grönninger aus Minden zählte zu den Premierengästen in der diesjäghrigen Ostereierausstellung in Drebkau am Sonntag.
Familie Grönninger aus Minden zählte zu den Premierengästen in der diesjäghrigen Ostereierausstellung in Drebkau am Sonntag. FOTO: Marion Hirche