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| 02:56 Uhr

Sorbenbrunnen sprudelt nicht mehr

Ein Sockel des Sorbenbrunnens in der Sprem ist verwaist: Die Schale muss erneuert werden und füllt sich 2013 wieder mit Wasser. Foto: Igel
Ein Sockel des Sorbenbrunnens in der Sprem ist verwaist: Die Schale muss erneuert werden und füllt sich 2013 wieder mit Wasser. Foto: Igel FOTO: Igel
Cottbus. Der Sorbenbrunnen auf der Spremberger Straße, der Cottbuser Einkaufsstraße, sprudelt nicht mehr. Pfützen im Becken verdankt er nur dem Regen. Mit einem Sprung in der untersten Schale fiel er durch die Prüfung. Annett Igel

Zwei Täubchen, eine dickbauchige Vase und immer wieder Ranken aus der sorbischen Folklore werden unter der Glasur auf dem dunkelbraunen Ton der Brunnenschalen sichtbar. Doch die unterste der vier Schalen fehlt seit über zwei Wochen. Wie Stadtsprecher Peter Lewandrowski am Donnerstag gegenüber der RUNDSCHAU bestätigte, musste der Sorbenbrunnen des Hoyerswerdaer Künstlers Jürgen von Woyski Ende Juni außer Betrieb genommen werden. "Im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Kontrollen waren an der untersten Brunnenschale erhebliche Schäden festgestellt worden. Den Riss hatten unsere Brunnenexperten schon über einen längeren Zeitraum beobachtet. Aber aus Sicherheitsgründen war jetzt doch eine Demontage nötig geworden", erklärt der Stadtsprecher.

Vandalismus oder ein Unfall könne ausgeschlossen. "Wir gehen von einem Materialfehler oder einer Materialermüdung aus", sagt Lewandrowski. Geklebt werden könne die Schale nicht mehr. Aber die Form sei noch da, sodass die Schale jetzt neu geschaffen wird.

Wie viel die Reparatur kostet, kann Lewandrowski zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlich sagen. "Denn die Ausschreibung läuft. Aber die Summe ist bekannt. Weil der Riss schon länger beobachtet worden war, hatte der Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen bereits Sanierungsverfahren und Finanzierungsmöglichkeiten geprüft", sagt der Stadtsprecher. Fest stehe, dass die Reparatur des Brunnens zu 50 Prozent mit Fördermitteln der Städtebauförderrichtlinie bezahlt wird. Die anderen 50 Prozent könnten durch Sponsoren und Eigenmittel der Stadt aufgefangen werden.

Allerdings müssten sich die Cottbuser etwas gedulden. Die neue Schale braucht einen langen Trocknungsprozess und ein aufwendiges Brennverfahren. "Diese Vorarbeiten werden bis zum November andauern, sodass die Lieferung der Schale und die Inbetriebnahme des Brunnens erst im Frühjahr 2013 erfolgen wird", sagt Peter Lewandrowski.

Nach Informationen der Jürgen von Woyski Stiftung in Hoyerswerda schuf der Künstler den Brunnen 1977. Er ist 3,70 Meter hoch und hat einen Durchmesser von fünf Metern. Mit der Sanierung der Einkaufsstraße war er 2002 rekonstruiert worden. Die Stadt Cottbus hat sich insgesamt um elf Brunnen zu kümmern.