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| 17:48 Uhr

Museenland Spree-Neiße
In großer Sorge um das Dissener Heimatmuseum

Spree-Neiße. Sorben-/Wenden-Ausschuss schreibt Amtsausschuss. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) Dass das Amt Burg aus der Mitfinanzierung des Heimatmuseums Dissen aussteigen will, hat am Mittwoch im Spree-Neiße-Ausschuss für sorbische/wendische Angelegenheiten für Betroffenheit gesorgt. „Ein Schnellschuss aus fiskalischer Sicht“, so Egbert S. Piosik (Fraktion Freie Bürger). Fred Kaiser (CDU), Vorsitzender des Ausschusses und Bürgermeister der Gemeinde Dissen-Striesow, schilderte seine Enttäuschung nach dem Finanzausschuss des Amtes. Jahrelang hatte ein Vierergespann das Heimatmuseum Dissen finanziell unterstützt: der Landkreis Spree-Neiße, die Stiftung für das sorbische Volk, das Amt Burg und die Gemeinde Dissen-Striesow. Im Entwurf des Doppelhaushaltes des Amtes Burg aber fehlen nun die 45 000 Euro Personalkosten. „Stattdessen soll unsere Gemeinde diese Kosten mit übernehmen. Das schaffen wir nicht – schon gar nicht auf Dauer“, sagt Fred Kaiser. Er will prüfen lassen, ob so eine Änderung im laufenden Haushaltsjahr die gesamte Finanzierung des Museums gefährde und arbeitsrechtlich überhaupt legitim sei.

Das Heimatmuseum Dissen mit seiner Freilichtsiedlung ist ein wichtiger Anker im Lausitzer Museenland. Weil viele kleine Museen im Spree-Neiße-Kreis nur noch mit ehrenamtlichen Kräften funktionieren, versuchen die Dissener Museumsmitarbeiter sie zu unterstützen.

Dass Burgs amtierender Amtsdirektor Christoph Neumann in der Finanznot an sechs Gemeinden im Amt denken muss, dafür hat der Sorben-/Wenden-Ausschuss Verständnis. Aber das Heimatmuseum Dissen gar nicht mehr zu unterstützen, sei ein falsches Signal auch an andere Kommunen, so Astrid Schramm, sachkundige Einwohnerin. Die Ausschussmitglieder haben einstimmig beschlossen, gemeinsam mit dem Domowina-Regionalverband Niederlausitz einen Brief an Burgs Amtsausschussmitglieder zu schreiben. Kerstin Kossack, Sorben-/Wendenbeauftragte des Landkreises: „Es ist wichtig, dass alle an einem Tisch zusammenkommen.“