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| 19:02 Uhr

Filmvorführung und Gespräch
Sonntag im Weltspiegel: „Das schweigende Klassenzimmer“

Eric (Jonas Dassler), Theo (Leonard Scheicher), Lena (Lena Klenke), Paul (Isaiah Michalski) und Kurt (Tom Gramenz/v.l.) mit ihren Mitschülern in einer Szene des Films „Das schweigende Klassenzimmer“, der am Sonntag im Weltspiegel läuft.
Eric (Jonas Dassler), Theo (Leonard Scheicher), Lena (Lena Klenke), Paul (Isaiah Michalski) und Kurt (Tom Gramenz/v.l.) mit ihren Mitschülern in einer Szene des Films „Das schweigende Klassenzimmer“, der am Sonntag im Weltspiegel läuft. FOTO: Julia Terjung / dpa
Cottbus. Menschenrechtszentrum und Kino laden im Anschluss an den Film zur Diskussion ein.

Das Menschenrechtszentrum Cottbus zeigt in Kooperation mit dem Filmtheater „Weltspiegel“ am Sonntag, 8. April, um 16 Uhr den Film „Das schweigende Klassenzimmer“.  Im Anschluss wird zu einer Diskussion eingeladen.

Der Film erzählt ein zutiefst bewegendes Kapitel aus dem Tagebuch des Kalten Krieges – basierend auf den persönlichen Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka. Er ist einer der 19 ehemaligen Schüler, die 1956 mit einer einfachen menschlichen Geste, einer solidarischen Schweigeminute für die Opfer des Aufstandes in Budapest, einen ganzen Staatsapparat gegen sich aufbrachten. Im Wissen um die repressiven Folgen, die ihnen in der jungen DDR-Diktatur drohten, traten die Schüler für demokratische Werte und Freiheiten ein und zeigten damit Zivilcourage und Mut. Dem preisgekrönten Regisseur und Drehbuchautor Lars Kraume ist es gelungen, vielversprechende Nachwuchskünstler und etablierte Darsteller des deutschen Kinos zu versammeln

Im Anschluss an dem Film, der im Cottbuser „Weltspiegel“ am Sonntagnachmittag gezeigt wird, werden die Besucher die Möglichkeit haben, sich mit einem der Hauptdarsteller zu unterhalten, kündigt das Menschenrechtszentrum an. Zu Gast wird Leonard Scheicher sein. Erwartet werden zudem einer der damaligen Schüler, Karsten Köhler, sowie der ehemalige politische Häftling Roland Brauckmann.

Karsten Köhler war 1956 der Sprecher der betroffenen Klasse. Er wird die Besucher mit seinen Erzählungen aus erster Hand zur Motivation der Schüler, den Folgen für sie sowie den tatsächlichen Ereignissen auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen. Roland Brauckmann saß fast drei Jahrzehnte später, Anfang der 80er-Jahre, für anderthalb Jahre in Cottbus ein, weil er sich als junger Mann in der offenen Jugendarbeit engagierte, evangelische Friedensgottesdienste organisierte und sich für die polnische freie Gewerkschaft Solidarnosc einsetzte. „Der Spruch ’Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom’ motivierte uns, für Freiheit und demokratische Werte einzutreten,“ erklärt Roland Brauckmann, der sich heute noch für Menschenrechte weltweit engagiert.

(red/pos)