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Naturschutztagung
Sonnenenergie und Alleen in Spree-Neiße

Drachhausen. Cottbus und Spree-Neiße setzen weiter auf den Ausbau Erneuerbarer Energien. Dabei  darf der Umweltschutz aber nicht zu kurz kommen, wie bei der diesjährigen  Tagung für ehren- und hauptamtliche Naturschützer in Drachhausen deutlich wurde. Von Marion Hirche

Der Beigeordnete des Landkreises,  Olaf Lalk (CDU), umriss die Aktivitäten seit dem vergangenen Jahr.  Er berichtete von den großen Flächen in der Großgemeinde Neuhausen, die mit Photovoltaikanlagen bestückt werden: „Wir haben unsere Strategie zum Ausbau alternativer Energien fortgesetzt und gleichzeitig es sehr ernst genommen mit den Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in Natur und Landschaft“, so Lalk. Es wurden Verträge mit Landwirten abgeschlossen, die ihre Flächen für Anlagen zur Verfügung gestellt haben, um die Rückzugsgebiete für Insekten, Schmetterlinge und Bodenbrüter zu sichern.

Im Frühjahr 2017 ist in Frauendorf eine große Photovoltaikanlage fertig gestellt worden, dort wurden große Blühwiesen angelegt. Zu den vorzeigbaren Ergebnissen im Naturschutz gehören die fertig gestellte Fischaufstiegsanlage am Wehr 27 der Hauptspree, verschiedene Straßenbaumaßnahmen, die Festlegung im Rahmen einer Erhaltungszielverordnung, dass die Gebiete „Innerer Oberspreewald“, Spree von Peitz bis Burg und Reicherskreuzer Heide und Große Göhlenze besonderes erhaltenswert sind sowie die Zuleitung von Wasser in den Pastlingsee.

Der Beigeordnete äußerte sich über die Arbeit von Biberberatern, über Verstöße gegen den Naturschutz und sprach die Probleme mit dem Baumbestand an: „Es gab zahlreiche Probleme mit dem Baumbestand durch Pilz- und Schädlingsbefall, durch den Sturm, die Kastanienminiermotte.“ Insgesamt gab es 20 Baumschauen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. 247 Bäume mussten gefällt werden. In Burg wurden bei Fließschauen 197 hauptsächlich Erlen und Eschen zur Fällung gekennzeichnet. Es gab aber auch Projekte, um Baumalleen zu erhalten. So wurde zwischen Neuhausen und Laubsdorf gepflanzt.

Genau diese Alleen spielten dann auch den ganzen Tag eine Rolle. Der Werbener Landwirt Johannes Schilka brachte es auf den Punkt: „Wir sitzen hier immer zusammen und reden, danach passiert wenig. Sägen kann jeder, aber wer pflanzt?“ Er schlug vor ein Aktiv für Alleebelange zu gründen.

Es gab Vorträge über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Insektenfauna, über den „Neubürger“ Waschbär und über Naturraumübergreifende Wiedervernetzung in Deutschland. „Ich fand die Tagung bestens organisiert, ich konnte viele Erkenntnisse mitnehmen. Für mich war neu, dass der Einfluss des Waschbärs auf Arten geschützte Tiere weit geringer ist, als angenommen“, sagte Tagungsteilnehmer Dirk Ruhbach vom Landesbetrieb Forst. Naturschützerin Susanne Leber aus Byhleguhre verfolgte das Thema Baumfällungen sehr aufmerksam und freute sich, dass der Beigeordnete nach der Diskussion diesem Thema noch stärkere Aufmerksamkeit widmen will.