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| 13:49 Uhr

Cottbus
Den Spreewald auf ganz andere Art nahe gebracht

 Schon bei ihrer Eröffnung fand die neue Fontane-Ausstellung im Cottbuser Stadtmuseum ein sehr interessiertes Publikum.
Schon bei ihrer Eröffnung fand die neue Fontane-Ausstellung im Cottbuser Stadtmuseum ein sehr interessiertes Publikum. FOTO: Michael Helbig
Sonderausstellung über Fontane im Museum eröffnet. Im Mittelpunkt steht der Aufenthalt des Schriftstellers im Spreewald. Von Michael Helbig

Die neue Sonder-Ausstellung „Der Spreewald – ein landschaftliches Kabinettstück“ ist am Mittwochabend im Cottbuser Stadtmuseum als Gemeinschaftsprojekt mit dem Wendischen Museum eröffnet worden. Sie zeigt in fünf Bereichen mit rund 400 Exponaten Fontane auf den Spuren der Sorben und Wenden im Spreewald. Sie lädt ein, die traditionellen Trachten, Sagen, Mythen und die vielfältige Landschaft mit ihren Menschen zu entdecken. Im Fokus steht dabei auch die Lausitzer Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts, die darüber hinaus Thema einer wissenschaftlichen Tagung sein wird.

Gleich zu Beginn der Ausstellungseröffnung plauderte Michael Apel als Theodor Fontane der Neuzeit in seiner gewohnt launigen Art über die Erfahrungen Fontanes mit dem Spreewald und der wendischen Sprache. Als Fontane nach Swinemünde gezogen sei, habe man ja auch eine wendische Kinderfrau gehabt, und diese sei froh gewesen, wenn sie mit ihrer Dienstherrschaft ein paar Brocken wendisch habe sprechen können. Obwohl Theodor Fontane auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg nur zwei Tage im Spreewald unterwegs gewesen sei (meist im Spreewaldkahn), seien dies zwei sehr interessante Tage  gewesen. Fontane-Apel schlug geschickt den Bogen zu den Begegnungen Theodor Fontanes mit der wendischen Sprache bei einem Gottesdienst in Lübbenau zu dem in Lübbenau geborenen spätere Schriftsteller Ehm Welk und las Passagen aus Büchern Fontanes und Welks. Gelesen wurde auch aus Landolf Scherzers Werk, dessen Spreewald-Impressionen mit Fotografien aus den 1970er Jahren vom langjährigen RUNDSCHAU-Fotoreporter Erich Schutt eine eigne Abteilung in der Ausstellung gewidmet ist.

Bevor die Besucher in der neuen Sonderausstellung auf den Spuren Theodor Fontanes wandelten, betonte Kulturministerin Dr. Martina Münch (SPD), dass die Sonderausstellung perfekt in dieses Jubiläumsjahr passe, in dem es darum geht, „den märkischen Schriftsteller in neuen Kontexten zu erleben und zu entdecken“, so die Ministerin.„Der 1819 in Neuruppin geborene Theodor Fontane ist einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller und trägt mit seinem Werk bis heute wesentlich zur Identitätsbildung im Land Brandenburg bei. Bei den Jubiläumsveranstaltungen zu seinem 200. Geburtstag geht es nicht nur um die Würdigung seiner Person, sondern auch darum, einen Blick hinter die Kulissen seiner Arbeit zu werfen und sein Werk und seine Rezeption im Spiegel des 21. Jahrhunderts neu zu entdecken und zu reflektieren“, fügte Martina Münch in ihrer Eröffnungsrede hinzu. Und die Cottbuser Sozial-Dezernentin Maren Diekmann freute sich, dass sich so viele Veranstaltungen auch in Cottbus dem Schaffen Theodor Fontanes widmen.

Von der ersten Minute an waren die Besucher von der neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum angetan. Annette Schiffner, Sabine Bernert und Yvonne Rinzer vom Brandenburgischen Apothekenmuseum am Altmarkt freuten sich: „Die Ausstellung ist eine sehr schöne Ergänzung zur Fontane-Reihe im Land Brandenburg. Sie hat uns den schönen Spreewald auf eine ganz andere Art nahe gebracht. Wir hoffen, dass sehr viele Besucher hierherkommen und dabei auch den Weg zu unserem Apothekenmuseum finden. Denn in Cottbus kann man einen ganzen Tag mit Fontane verbringen.“

Renate und Joachim Graumüller aus Cottbus fanden, dass die Ausstellung ausgesprochen gut gemacht ist. „Sie erhellt über lange Zeiten mit Blitzlichtern Seiten des Spreewaldes, die noch nicht so bekannt waren. Schön finden wir auch, dass der Bogen zum Schaffen des Lübbenauer Schriftstellers Ehm Welk gespannt wurde“.

Zu sehen ist die Sonderausstellung bis zum 28. Juli 2019 im Stadtmuseum in der Cottbuser Bahnhofstraße.

 Schon bei ihrer Eröffnung fand die neue Fontane-Ausstellung im Cottbuser Stadtmuseum ein sehr interessiertes Publikum.
Schon bei ihrer Eröffnung fand die neue Fontane-Ausstellung im Cottbuser Stadtmuseum ein sehr interessiertes Publikum. FOTO: Michael Helbig