ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:12 Uhr

Die Zukunft beginnt
Mittelstand fit für die Digitalisierung

 Selbst in kleineren Betrieben lohnt sich der Einsatz von Robotertechnik, modernen Apps und virtuellen Realitäten.
Selbst in kleineren Betrieben lohnt sich der Einsatz von Robotertechnik, modernen Apps und virtuellen Realitäten. FOTO: BTU
An der BTU können kleine Firmen und Handwerker lernen, wie sie modernste Technologien für sich nutzen können.

Die Zukunft hat längst begonnen, das wir jedem Besucher klar, der einen Blick in das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum an der BTU wirft. Denn hier gehören Hololenses (Mixed-Reality-Brillen) und verschiedenste Formen der virtuellen Realität längst zum Alltag: Währen Schüler sich gerade erklären lassen, wie sich ein dreidimensionales Körpermodell fürs spätere Medizinstudium nutzen lässt, führen  Programmierer anderen Besuchern vor, wie sich mit Hilfe von neuen Apps Ferndiagnosen an komplizierten Geräten stellen lassen.

„Die Anwendungsmöglichkeiten digitaler Techniken sind nahezu unbegrenzt, schwärmt Grit Rehe, stellvertretende Projektleiterin im Kompetenzzentrum. Seit November 2017 versuchen die insgesamt sechs Mitarbeiter in Cottbus, kleinen und mittelständischen Betrieben den Weg in die digitale Zukunft zu ebnen. Mit im Boot sind die Hochschulen Wildau und Eberswalde sowie die IHK. Insgesamt gibt es 25 derartige Kompetenzzentren in Deutschland, das Cottbuser hat sich auf Fragen der Mensch-Roboter-Kollaboration und der  Augmented Reality AR und Virtual Reality VR spezialisiert.

Böhmische Dörfer? Das geht offenbar vielen Menschen so. „Industrie 4.0 ist als Schlagwort in aller Munde, aber so richtig hören mag es keiner mehr“, sagt Grit Rehe. Zu abstrakt, zu fremd. Gerade ältere Unternehmer und Mitarbeiter hätten Angst vor Überforderung oder Jobverlust. „Hier wollen wir Sorgen und Hemmschwellen abbauen“, sagt Grit Rehe. Denn ohne den Mitarbeiter würde die beste Technik nicht funktionieren. „Wir wollen die Menschen mitnehmen“, sagt sie.

Ein erster Schritt: Die Angst nehmen und zeigen, wie allgegenwärtig AR schon heute ist. „Wir erinnern uns doch alle daran, wie Leute durch die Straßen gelaufen sind und mit ihren Handys Pokemons gefangen haben. Genau das ist AR“, sagt Grit Rehe, und erklärt, wie aus derartigen spielerischen Anwendungen nützliche Instrumente im Firmenalltag werden.

Ein Heizungsmonteur steht vor einem defekten Brenner in einer Wohnung, kennt sich mit dem Fabrikat nicht aus. Er hält sein Tablet an das Gerät, erhält so alle notwendigen Informationen über den aufgetretenen Fehler und die Reparaturmöglichkeiten.

Ein KFZ-Lehrling soll einen Motor auseinander nehmen. Bisher muss der Meister neben ihm stehen und ihm alles erklären. Die neue Technik zeigt ihm automatisch alle wichtigen Arbeitsschritte, am Tablet kann er sie einüben, bevor er sich an die Praxis wagt.

Ein Pannenhelfer steht irgendwo auf einer Landstraße vor einem defekten Auto, ist überfordert. Er setzt sich eine Hololens auf, irgendwo in der Zentrale sitzt ein erfahrener Techniker und kann ihn Schritt für Schritt anleiten.

Arbeitsschutzbelehrungen können plötzlich interaktiv und lebensnah erfolgen, ohne dass dafür Vorgesetzte eingespannt werden müssen.

Im Jahr 2018 haben sich 301 Menschen an den Workshops, Seminaren und Schulungen des Kompetenzzentrums beteiligt. Metallverarbeiter waren dabei, ebenso Vertreter der Automobilindustrie, IT-Fachleute oder Dienstleister. Auch die LAUSITZER RUNDSCHAU hat sich bereits wichtige Anregungen geholt.

„Wir wissen, dass gerade Handwerker volle Auftragsbücher und wenig Zeit haben“, erklärt Grit Rehe. „Deshalb bieten wie für sie besonders kurze Veranstaltungen, damit sie ohne Zeitverlust ins Thema reinschnuppern können.“ Um auch die problematischen Aspekte der Digitalisierung im Blick zu behalten, werden auch Betriebsräte und Gewerkschafter geschult.

Das Mittelstands-Kompetenzzentrum an der BTU bietet seinen kostenlosen Service noch bis zum Oktober 2020. Informationen unter www.kompetenzzentrum-cottbus.digital.