| 17:59 Uhr

Strukturwandel
Peitzer Bürgermeister kämpft für die Jugend

Teichnixe Jenifer Fiebow, Bürgermeister Jörg Krakow und der ehrenamtliche Stadtführer Christian Meinhardt - hier in einer Kanoniersuniform von 1750 - begrüßen die Gäste des Peitzer Jahresempfangs.
Teichnixe Jenifer Fiebow, Bürgermeister Jörg Krakow und der ehrenamtliche Stadtführer Christian Meinhardt - hier in einer Kanoniersuniform von 1750 - begrüßen die Gäste des Peitzer Jahresempfangs. FOTO: Hilscher / LR
Peitz. Mit positiven Akzenten will Jörg Krakow (SPD) dem Strukturwandel trotzen.

Der Peitzer Bürgermeister Jörg Krakow will 2018 richtig Gas geben und die Stadt vor allem für junge Leute attraktiv gestalten. Das kündigte er auf seinem ersten eigenen  Jahresempfang an.

Es ist schon fast ein kleines Wunder, dass es diesen Abend überhaupt gegeben hat: Wegen der schwierigen Haushaltslage hatte das Amt Peitz bereits im September 2017 beschlossen, den traditionellen Neujahrsempfang ausfallen zu lassen. „Schade eigentlich“, fand Bürgermeister Jörg Krakow (SPD), holte sich eine Genehmigung für einen eigenen Empfang und ging auf Sponsorensuche. Die Stadt befindet sich im Haushaltssicherungskonzept, muss jeden Cent zweimal umdrehen. Letztlich aber konnte trotzdem gefeiert werden – zusammen mit rund 120 Gästen in der Mehrzweckhalle des Ortes. Krakow konnte Landrat Harald Altekrüger (CDU) begrüßen, den Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Schulze (CDU) und die Cottbuser Sozialdezernentin Maren Dieckmann (parteilos). Sie alle konnten erstmals die neue Amtskette des Peitzers bewundern, die künftig alle Peitzer Bürgermeister zu festlichen Anlässen tragen können.

Die Kette ist ein kleines Zeichen für das, was Peitz nach Ansicht des Bürgermeisters auch in schwierigen Zeiten dringend braucht: Zuversicht und positive Signale. Trotz massiver Steuerrückzahlungen an den früheren Energiekonzern Vattenfall in Höhe von 1,7 Millionen Euro konnten im vergangenen Jahr etliche Projekte realisiert werden: die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses, die Erneuerung des Sportplatzes an der Fischerstraße, die Restaurierung der historischen Gruften, der zweite Bauabschnitt an der Zitadelle.

Auch für 2018 sieht der Bürgermeister Chancen, dem Strukturwandel seinen Schrecken zu nehmen. „Wir wollen nicht, dass hier das Licht ausgeht.“ Wichtig sei daher das Engagement von Peitz in der Lausitzrunde, einem Zusammenschluss von Bürgermeistern und Landräten. „Zusammen sprechen wir für 500 00 Einwohner in der Lausitz, das wird auch in Berlin gehört.“

Für diverse Bau- und Sanierungsvorhaben stehen offenbar einige Investoren in den Startlöchern: Die ehemalige Molkerei soll wiederbelebt werden. Der Landkreis plant eine neue Rettungswache. Auf dem Areal  des alten Sportlerheims sind Einfamilienhäuser geplant.  Außerdem soll ein Komplex mit Tagespflege, altersgerechtem Wohnen und Pflegedienst entstehen.

Gefeiert wird natürlich auch 2018 wieder kräftig, das Fischerfest wird in diesem Jahr von einem großen Festumzug gekrönt (12. August). Bereits am 7. April steigt das Peitzer Frühlingsfest. Amtsdirektorin und Bürgermeister waren deshalb extra in Görlitz, haben in der dortigen Brauerei ein Bier angesetzt, sodass zum Frühlingsfest das erste Peitzer Festungsbräu ausgeschenkt werden kann.

(hil)
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