ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:24 Uhr

So will das Cottbuser Klinikum Mediziner anlocken

In einem Keller eines im Bau befindlichen Gebäudeteils des Carl-Thiem-Klinikums-Cottbus (CTK) haben in der Nacht zum Mittwoch Spanplatten gebrannt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.
In einem Keller eines im Bau befindlichen Gebäudeteils des Carl-Thiem-Klinikums-Cottbus (CTK) haben in der Nacht zum Mittwoch Spanplatten gebrannt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Mit Top-Ausstattung, Stadtrundfahrten und Weiterbildung aus einer Hand will das Carl-Thiem-Klinikum Mediziner nach Cottbus holen. Andrea Hilscher

"Es ist wie bei einem Mosaik. Wir müssen viele kleine Elemente zusammenbringen, damit das Bild letztlich stimmt."

Ausbildung aus einer Hand. Seit einiger Zeit haben junge Mediziner die Möglichkeit, am CTK ihre Facharztausbildung - etwa zum Allgemeinmediziner - aus einer Hand zu absolvieren. Statt sich um fünf verschiedene Stellen für unterschiedliche Disziplinen zu bewerben, reicht der Ansprechpartner CTK. Diesen Plan hatte zuletzt auch das Institut für Medizinische Fort- und Weiterbildung in Cottbus gehegt, war damit aber gescheitert. Götz Brodermann: "Wir haben aktuell vier junge Muttersprachler, die unser Angebot nutzen."

Arzt im Praktikum. Vor ihrem dritten Staatsexamen müssen sich junge Mediziner in der Praxis bewähren. Die Zahl der Ärzte im Praktikum konnte am CTK von fünf auf 20 erhöht werden - und von ihnen bleibt erfahrungsgemäß die Hälfte dauerhaft in Cottbus. Götz Brodermann: "Wir werben an der Charité in Berlin um die Studenten, laden sie samstags zu uns in die Klinik und unternehmen mit ihnen Stadtrundfahrten." Hat sich der Nachwuchs tatsächlich für ein Praktikum in der Lausitz entschieden, geht das Verwöhnprogramm weiter: Hilfe bei der Wohnungssuche, gemeinsame Besuche von Theater und Weihnachtsmarkt, Kneipenabende.

Integration von ausländischen Medizinern. Ärzte, die nicht in Deutschland studiert haben, bekommen zunächst nur eine Berufserlaubnis, müssen vor der Vollapprobation unter anderem ihre Sprachkenntnisse nachweisen. Darauf bereitet das CTK aktuell unter anderem auch bei sechs jungen Georgiern, die hier arbeiten wollen. Götz Brodermann: "Integration funktioniert über Sprache, Medizin auch." Die jungen Ärzte lernen am CTK vier Stunden täglich Deutsch, vier Stunden lang arbeiten sie als Praktikanten auf Station.

Flexible Arbeitszeit ist wichtiger als Geld. Sagt zumindest der Geschäftsführer. "Die Ärzte heute setzen Lebensqualität höher an als den Verdienst." Manche arbeiten nur 80 Prozent, andere suchen die geregelte Arbeitszeit in der CTK-Poliklinik.

Gute Technische Ausstattung, Weiterbildungsmöglichkeiten. Das CTK, so schätzt Götz Brodermann, wird sich anstrengen müssen, hoch qualifizierte Spezialisten zu finden. Diese sind bundesweit begehrt - und sichern dem Klinikum ein breites Spektrum an Patienten. Diese Top-Mediziner kommen nur, wenn sie optimale Entfaltungsmöglichkeiten haben. Brodermann: "Wir sind der einzige Schwerpunktversorger in der Region. Dank entsprechend spezialisierter Chefärzte können wir heute auch Patienten am Haus behandeln, die wir früher nach Berlin oder Dresden überweisen mussten."

Nachwuchssuche für die Pflege. Cottbus hat zwar die größte medizinische Schule in Brandenburg, aktuell sind aber nur rund 400 von 550 Plätzen belegt. Im letzten Jahrgang sind 20 Schüler während der Probezeit gegangen. Trotzdem, da ist der Geschäftsführer sicher, kann das CTK seinen Nachwuchs an Schwestern durch die selbst ausgebildeten Kräfte auch künftig absichern. "Wir zahlen sicher weniger als im Westen, dafür sind die Lebenshaltungskosten hier aber auch deutlich niedriger."