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| 09:02 Uhr

Cottbuser Ostsee
So könnte der Cottbuser Hafen bald aussehen

Das ist der Siegerentwurf beim städtebaulichen Wettbewerb Hafenquartier Cottbus. Er stammt von den Hamburger fehlig & moshfeghi architekten gemeinsam mit dem Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns.
Das ist der Siegerentwurf beim städtebaulichen Wettbewerb Hafenquartier Cottbus. Er stammt von den Hamburger fehlig & moshfeghi architekten gemeinsam mit dem Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns. FOTO: fehlig & moshfeghi architekten
Cottbus. Anhand der Vorschläge eines Architektenbüros aus Hamburg soll bis Ende des Jahres ein Konzept fürs Quartier stehen. Von Daniel Schauff

Als Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zu Beginn der Woche den schweren Pfahl in den Sand rammte, war er schon ein wenig spürbar, der künftige Ostsee. Der symbolische „erste Spatenstich“ war für die Kaimauer am Rand des Sees, der künftig das Hafenquartier stützen soll. Wie genau das Quartier aussehen wird, steht noch nicht fest. Derzeit arbeiten die Architekten Niels-Arne Fehlig und Mehdi Moshfeghi aus Hamburg an den Details des Herzstücks am bald größten künstlichen See des Landes. Die Basis allerdings für die Arbeiten steht bereits seit Langem. Fehlig und Moshfeghi hatten sich gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten vom Gartenlabor Bruns, ebenfallls aus der Hafenstadt Hamburg, bei einem Wettbewerb durchgesetzt, mit ihrem fast unspektakulären und strukturorientierten Entwurf die Jury überzeugt.

Hafenquartier Cottbus
Hafenquartier Cottbus FOTO: Fehling Moshfeghi Architekten

Der Gesamtplan des künftigen Hafens lässt – anders als die bereits veröffentlichten Skizzierungen – bereits die eine oder andere Idee im Kopf des Betrachters entstehen, wie es künftig sein könnte, am Hafen von Cottbus entlang zu schlendern.

Hafenquartier Cottbus
Hafenquartier Cottbus FOTO: Fehling Moshfeghi Architekten

Im Sommer etwa könnten Überdachungen als Schattenspender dienen (o.l.). Auch die zeigen, dass sich der Entwurf eher an sachlicher, weniger an verspielter Bauweise orientiert. Pavillons sollen zum Rasten und Verweilen am Seeufer dienen (o.r.), Gastronomen könnten dort ihr Geschäft betreiben. Für moderne Akzente könnten asymmetrische Fassadenspiele sorgen (u.l.). Dünen und Kiefern könnten die Landschaft rings um den bebauten Hafen prägen (M.o.), mit der Illustration eines möglichen Seeufers bei blauem Himmel und mit viel Grün (M.u.) schwingt bereits eine Menge Urlaubs- und Erholungsgefühl. Natürliche und helle Fassadenmaterialien könnten  Gebäuden am Hafen Charme verleihen, Infoboxen könnten Besucher über die Region, den See, den ehemaligen Tagebau, die Stadt Cottbus aufklären. Auch für die spätere Promenade haben die Wettbewerbssieger Vorschläge unterbreitet: lange Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellmöglichkeiten, klarlinige Straßenlampen und Abfalleimer.

„Die beginnende Ferienzeit fördert das Urlaubsgefühl, und mit fortschreitendem Bau braucht man immer weniger Fantasie, um sich den Urlaub am Cottbuser Ostsee vorzustellen“, hat Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Montag beim Spatenstich gesagt. Mit den Vorschlägen der Hamburger Architekten wächst das Gefühl für den künftigen See am Cottbuser Stadtrand noch einmal mehr. „Für das Hafenquartier liegen erste Skizzen vor, und in der vergangenen Woche haben wir in der Rathausspitze den weiteren Zeitplan bestätigt“, so der OB. In der Verwaltung freue man sich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Hamburger Büro und auf die Ausgestaltung der Ideen und Vorschläge für das Hafenquartier. Im Dezember, kündigt Kelch an, könnte es erste Beschlüsse dazu in der Stadtverordnetenversammlung geben.

Ohne Privatinvestoren, das betont die Stadtverwaltung ebenfalls, wird sich das Quartier am Seerand allerdings kaum realisieren lassen. Auch Freiräume für deren Vorstellungen solle der endgültige Entwurf bieten, so die Stadt.