ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:30 Uhr

RUNDSCHAU-Serie
So klappt es mit dem Sieg gegen den inneren Schweinehund

Sportwissenschaftler Vincent Rödel hat nicht nur für die Spieler des FC Energie Cottbus die richtigen Motivationstipps.
Sportwissenschaftler Vincent Rödel hat nicht nur für die Spieler des FC Energie Cottbus die richtigen Motivationstipps. FOTO: Sven Bock / LR
Cottbus. Mohnstollen, Gänsebraten und Glühwein – wie es trotzdem ohne zusätzliche Pfunde über die Feiertage geht, verrät die RUNDSCHAU in ihrer Serie „Fit durch die fetten Tage“. Heute gibt es Tipps für den Kampf gegen den inneren Schweinehund. Von Daniel Steiger

Es ist wie mit dem Murmeltier Phil in dem gleichnamigen Hollyood-Film. Jedes Jahr wiederholt sich zum Start in den neuen Kalender ein ewig gleiches Ritual. Millionen von Deutschen nehmen sich vor, gesünder zu leben: weniger Alkohol, keine Zigaretten, mehr Sport.

Laut einer gerade veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK will sich jeder zweite Deutsche im Jahr 2018 mehr bewegen. Vor zwölf Monaten hatten sich das etwa genauso viele Menschen vorgenommen. Und angeblich haben sich auch mehr als 50 Prozent der Leute an ihre guten Vorsätze gehalten. Ist klar. Wer würde das nicht erzählen, wenn das Telefon klingelt und die Krankenkasse am Hörer ist.

Einer, der sich mit dem Kampf gegen den eigenen inneren Schweinehund auskennt, ist Vincent Rödel. Der  Sportwissenschaftler und Sportpsychologische Berater arbeitet in Cottbus am Olympiastützpunkt und für den FC Energie Cottbus. Eines seiner Arbeitsfelder ist die Motivation von Sportlern. Rödel: „Im Grunde geht es dabei immer nur um die Frage: Warum tue ich etwas und warum nicht?”

Für die RUNDSCHAU-Serie hat sich Vincent Rödel mal Gedanken gemacht über den Kampf gegen den inneren Schweinehund und gibt ein paar Tipps, wie es in diesem Jahr mit dem guten Vorsatz nach mehr Bewegung vielleicht doch klappen könnte.

Vorher Gedanken machen: „Wenn ich im neuen Jahr etwas anders machen will, bin ich ja unzufrieden mit der eigenen Situation”, analysiert Vincent Rödel. Wichtig sei, sich vorher Gedanken zu machen.. Beim Kampf gegen die eigene Unzufriedenheit, geht es darum, Wege aus dieser Frustsituation zu finden. „Wenn der Wunsch nach mehr Bewegung besteht, muss man nicht zwangsläufig anfangen zu joggen, nur weil das alle tun”, so der Sportwissenschaftler. Die zentrale Frage lautet vielmehr, was macht mir Freude? Dabei ist auch der Blick zurück durchaus hilfreich. Hat das Volleyball-Spiel in der Schulzeit Spaß gemacht? Vielleicht gibt es ja eine Volleyball-Gruppe in der Nähe, die auch für Anfänger oder Wiedereinsteiger ein Plätzchen frei hat? Rödel: „Wichtig ist, dass es da unterstützende Trainingspartner auf dem gleichen Level gibt. Sonst sind viele schnell demotiviert.”

Ziele stecken und kontrollieren: Ist die richtige Sportart gefunden, sollten Ziele gesteckt werden. „Die meisten Menschen brauchen etwas, worauf sie hinarbeiten können”, weiß Rödel aus Erfahrung. Die erste Hürde sollte aber nicht zu hoch sein. Wer beispielsweise mit dem Joggen beginnt, könne sich auch im untrainierten Zustand in ein paar Monaten auf einen Zehn-Kilometer-Lauf vorbereiten. In der Lausitz hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Veranstaltungen entwickelt. Und nicht bei allen geht es um Zeiten und Platzierungen.  Und was kommt danach? „Schon vor dem Erreichen des ersten Zieles sollte man sich Gedanken machen, wie es weitergehen kann. Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass auf den Zehn-Kilometer-Lauf ein Halbmarathon folgen muss”, so Rödel. Vielleicht hat man ja Lust, die zehn Kilometer wieder zu laufen, nur eben mal am Meer oder in den Bergen? Viel wichtiger sei es, ab und an in sich hineinzuhorchen. Rödel: „Wenn man dann feststellt: Oh, da passiert etwas. Mir geht es besser”, sei das eh die beste Motivation.

Kalender: Um dem neuen ­Hobby dauerhaft einen Platz im Leben einzuräumen, kann ein Kalender hilfreich sein. „Tragen Sie sich Ihre Sporttermine ruhig als festen Termin ein. Sie haben dann quasi eine Verabredung mit sich selbst”, rät der Experte. Und diese Termine sollten nur im Ausnahmefall verschoben werden. Hilfreich könne es auch sein, mit einem Sportpartner Termine zu vereinbaren. Die Erfahrung zeige, dass eine solche Verabredung positiven Druck erzeugt.

Post-its: Und was ist, wenn der innere Schweinehund dann doch mal mit Couch und Chips lockt? Vincent Rödel hat mit kleinen Post-its gute Erfahrungen gemacht: „Auf diese gelben Zettel schreibt man, was einem an dem neuen Sport gefällt, wie er sich nach Erfolgen anfühlt oder möglicherweise auch auf der Waage auswirkt.” Die Zettel an Kühlschrank oder Spiegel geklebt können für neue Energie sorgen.

Belohnungen: Wenn dann der Schweinehund wieder mal bezwungen ist und ein kleines Zwischenziel erreicht, darf man sich ruhig belohnen. „Im Grunde  geht es ja darum, sich neue Verhaltensweisen anzueignen. Da sind Belohnungen extrem hilfreich”, erklärt Vincent Rödel. Das kann ein Kinobesuch sein, ein neues Buch oder auch ein Wochenende mit dem Partner am Meer. Hauptsache es macht Spaß und das Gehirn verknüpft es mit dem neuen Hobby.