„Ansichten“ , so der Titel, ist die erste deutsch-polnische Ausstellung in der fünfjährigen Geschichte der RUNDSCHAU-Galerie. Sie könne als Symbol für das größer gewordene Europa und sich entwickelnde Kontakte gewertet werden, betonte RUNDSCHAU-Geschäftsführer Bernhard Liske. Der deutsch-polnische Kulturaustausch erhalte mit der Ausstellung eine Plattform.
Und was für eine! „Drückendes Rot“ oder „Ringtausch“ , fast alle von Krügers Bildern sind in den letzten Wochen und Monaten entstanden. Eines sei beim Transport noch nicht einmal trocken gewesen, erzählt der Maler schmunzelnd.
Nachdenkliches ist hier ebenso auf die Leinwand gebannt wie Kurioses. Hin und wieder vernimmt der Betrachter ein Augenzwinkern. So bei „Harlekin“ (Acryl auf Leinwand). Dieser Harlekin ist eindeutig eine Frau, auch wenn im wirklichen Leben meist Männer den Clown geben.
„Drei von vielen“ nennt Eberhard Krüger sein Triptychon mit den drei Kreuzen. „Es könnten aber Tausende sein“ , sagt der Maler und hat so ein Symbol „für die Unvernunft der Menschen“ gefunden. Dem Betrachter eine Denkrichtung vorzugeben, liege ihm allerdings vollkommen fern. „Jeder soll sich seinen eigenen Reim draufmachen“ , sagt er. Und meint damit auch sein „Wiegenlied“ , „Das Missgeschick“ oder „Person“ .
Krüger, der sich in den vergangenen Jahren als Initiator und Förderer verschiedener deutsch-polnischer Projekte hervorgetan hat, hat die 28-jährige Joanna Bielawska im Künstlerhaus Kaditzsch im sächsischen Grimma kennengelernt. Die dort geborene Idee einer gemeinsamen Ausstellung haben beide nun verwirklicht.
Die Absolventin der Kunsthochschule Lodz hat die Druckgrafik als das ihr gemäße Ausdrucksmittel entdeckt und sich auf den Hochdruck spezialisiert. In Cottbus stellt sie vor allem Linolschnitte im Kleinformat aus. Arbeiten von zurückhaltender Ästhetik, in denen Farben nur sparsam Verwendung finden. Dennoch dürfe die Bedeutung der Farben in ihren Arbeiten nicht unterschätzt werden, betont die Künstlerin, die im vergangenen Jahr in Iowa (USA) und im kanadischen Vancouver ausgestellt hat.
Eberhard Krügers größtes Projekt, die künstlerische Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Rostock, soll im nächsten Jahr verwirklicht werden. Der Komptendorfer hatte den künstlerischen Wettbewerb gegen hochkarätige Konkurrenz gewonnen.
Sein Entwurf sieht eine Inszenierung von sieben Schaukeln vor, die an fünf Meter hohen filigranen Stahlgestellen hängen und im Halbrund aufgestellt sind. Die Schaukeln bewegen sich im Wind. „Fröhlich, einladend, willkommen“ , hatte ein Jurymitglieder den Entwurf genannt.

Service Ausstellung „Ansichten“
  Die Ausstellung in der Kantine des RUNDSCHAU-Pressehauses ist werktags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.