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Sinnbild für die Zerstörung der Lausitz

Die Unterstützer des Kunstankaufs haben sich mit dem Künstler Karl Vouk (r.) vor einem Teil des Lausitz-Zyklus zum Erinnerungsfoto getroffen.
Die Unterstützer des Kunstankaufs haben sich mit dem Künstler Karl Vouk (r.) vor einem Teil des Lausitz-Zyklus zum Erinnerungsfoto getroffen. FOTO: Elsner
Cottbus. Der Ankauf von Karl Vouks Lausitz-Zyklus "Satkula oder die Wa(h)-re Landschaft" für das Wendische Museum ist erfolgreich abgeschlossen. Ulrike Elsner

Den Cottbusern ist der slowenische Künstler Karl Vouk aus Kärnten längst kein Unbekannter mehr. Vor zwei Jahren wurde seine Werkserie "Satkula oder die Wa(h)-re Landschaft" im Wendischen Museum gezeigt. Für Donnerstagabend hatte das Wendische Haus zur Finissage vor seinen Bildern eingeladen. Am Nachmittag erfolgte dort mit viel Prominenz die offizielle Übergabe des zweiten Teilankaufs von Vouks großem Lausitz-Zyklus, der 25 Arbeiten im Format 70 mal 100 Zentimeter umfasst.

"Der Bilderzyklus ist als gemeinsames untrennbares Eigentum des Fördervereins Wendisches Museum, des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz und der Stiftung für das sorbische Volk erworben worden", berichtete Museumsmitarbeiterin Christina Kliem. Auch die Sparkasse Spree-Neiße, der Rotary Club Guben sowie Privatpersonen haben den Ankauf entscheidend unterstützt.

Christina Kliem sieht den Ankauf nach eigenen Worten als einen wichtigen Beitrag zur angestrebten ständigen Aktualisierung der Museumssammlung. "Der Zyklus passt hervorragend zu dem Bestand", betonte sie. Das Thema Braunkohle sei bereits in Arbeiten sorbischer bildender Künstler wie Jan Buck, Maja Nagel, Jürgen Matschie und Eberhard Peters thematisiert worden. Karl Vouks Arbeit ergänze diese Werke durch eine profunde, künstlerisch beherrschte Außensicht auf die Problematik.

"Er hat eine klare Botschaft", stellte Christina Kliem fest. Sein Thema sind die Zerstörung der Lausitz durch die Braunkohle-Förderung und der dadurch voranschreitende Verlust von Natur, Kultur und Identität.

Auf den 25 Tafeln, die im nächsten Jahr auch in Guben gezeigt werden sollen, verbindet der Künstler Vergangenes mit Gegenwärtigem, stellt Fragen und erzählt Geschichten. Er stellt Fotomotive der Landschaft Aussagen aus Jurij Brezans Roman "Krabat oder Die Verwandlung der Welt" und Zitaten aus den Verfassungen von Sachsen und Brandenburg sowie aus dem Sorbengesetz gegenüber. Und macht auf diese Weise deutlich, dass Anspruch und Realität allzu oft auseinanderklaffen.

Im Jahr 2011 hat Karl Vouk erstmals die Lausitz besucht. Die Freundschaft seines Vaters mit dem sorbischen Schriftsteller Frido Metsk und seine eigene Zugehörigkeit zur slowenischen Minderheit in Österreich waren der Auslöser. Inzwischen absolviert der Künstler gerade seine 17. Lausitzreise und hat bereits einen erfolgreichen Kulturaustausch organisiert. Im Jahr 2014 konnten sich so neun sorbische Maler in Klagenfurt vorstellen. Das für 2019 geplante Nachfolgeprojekt soll mit Literatur, bildender Kunst und Musik ein noch breiteres Spektrum umfassen.

Für die Fachleute vom Wendischen Museum gehört Karl Vouk durch seine intensive, künstlerische Auseinandersetzung mit der sorbischen/wendischen Lausitz in die Reihe der slawischen Künstler, die, wie Christina Kliem es formuliert, "in ihren Arbeiten eine absichtsvolle Solidarität mit uns Sorben/Wenden zeigen und unsere Verwundbarkeit und Verletzlichkeit betonen". Damit bereichere er die sorbische Kultur insgesamt.