| 02:33 Uhr

Silbernes Staffel-Jubiläum

Karl Katzmann läuft am Wochenende zum 25. Mal beim Staffellauf Cottbus – Zielona Gora mit.
Karl Katzmann läuft am Wochenende zum 25. Mal beim Staffellauf Cottbus – Zielona Gora mit. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Zum 25. Internationalen Staffellauf schickt morgen um 9 Uhr die Cottbuser Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe am Cottbuser Rathaus die Startläufer in Richtung Zielona Gora auf die Reise. ski1

Ohne jeden einzelnen Läufer der teilnehmenden polnischen Fünfermannschaften zu kennen, darf davon ausgegangen werden, dass kaum jemand alle vorherigen 24 Läufe als Aktiver bestritten hat. Der 76-jährige Karl Katzmann kann diese stolze Bilanz jedoch nachweisen. Die RUNDSCHAU sprach mit dem Mann, der wie der Wettbewerb selbst, vor einem silbernen Jubiläum steht ...

Herr Katzmann, können Sie sich noch an ihren ersten Start erinnern?
Katzmann Freilich kann ich das, zumal ich seit März 1986, als ich mit der Lauferei begonnen habe, all meine Läufe, ob Wettkampf oder Training in meine Taschenkalender eintrage. So weiß ich auch, dass der erste Staffellauf im August 92 stattfand. Damals aber wurde konsequent nach fünf Kilometern gewechselt. Die unterschiedlichen Streckenlängen für die fünf Teilnehmer wurden erst später eingeführt.

Gab es bei ihren 24 Starts eine besonders schwierige Situation zu meistern?
Katzmann Wir kennen ja inzwischen die Strecke zwischen Cottbus und Zielona Gora ziemlich gut, aber in Polen gibt es immer mal Abweichungen. So hat es mich einmal hart getroffen. Man läuft drüben in Polen an einer Stelle einen Hügel hinab, dann geht es um eine Kurve und plötzlich sieht man vor sich nur noch eine Straße ohne sichtbares Ende vor sich. Weil es dort eben unglaublich steil bergan geht. Da habe ich mich erst erschrocken, dann bissel gemault aber am Ende doch auch dieses Stück gemeistert.

Alle Läufer sind auf öffentlichen Straßen, die nicht abgesperrt sind, unterwegs. Ist das nicht gefährlich?
Katzmann Doch schon. Sie müssen wissen, dass wir hier bis Guben auf der linken Fahrbahnseite laufen, also den Verkehr auf uns zukommen sehen. In Polen wird rechts gelaufen, wo die oft eng an uns vorbeihuschenden Laster einen mitunter regelrecht ansaugen. Da muss man höllisch aufpassen.

In Ihrer Mannschaft "Spreewaldläufer" taucht in diesem Jahr gleich drei Mal der Name Katzmann auf. Sind denn die "Katzmänner" alle so laufverrückt?
Katzmann Kann man so sagen. Denn neben mir sind unsere Söhne Alf und Dirk mit ihren 46 und 51 Jahren am Start. Dazu gehört auch unser jüngstes Teammitglied Diana Herrmann mit ihren 35 Jahren und Armin Zosel, die beide in Sachsen zu Hause sind, aber nicht zu unserer Familie gehören..

Wie bereiten Sie sich auf den Marathon vor?
Katzmann Ich habe ja hier im Ortsteil Schönebeck viele Strecken, die ich vorwiegend allein ablaufe. Je nach Lust und Laune, mal drei und mal zehn Kilometer. Für den Lauf selbst gibt es meinerseits nicht so viel Besonderheiten in der Vorbereitung. Aber meine Frau, die uns für den Tag die Stullenpakete fertig macht und die Getränke bereit stellt, ist da schon mehr im Einsatz. Aber ich weiß jetzt schon, dass sie wieder schimpfen wird, wenn ich heimkomme, weil ich ihrer Ansicht nach nicht genug gegessen habe.

Vielleicht will sie, dass Sie mal "groß und stark" werden ...?
Katzmann Kann sein, aber an meiner Körpergröße von 1,62 und den 61 Kilo Gewicht wird sich wohl nichts mehr ändern ...

Was wünschen Sie sich von Ihrem Jubiläumsstart?
Katzmann Eigentlich nur vernünftiges Laufwetter. Am besten 22 Grad. Und um Himmels Willen keine 30 Grad, da geht viel Spaß verloren.

Mit Karl Katzmann sprach

Georg Zielonkowski

Zum Thema:
Start ist um 9 Uhr am Cottbuser RathausZiel ist bis 18.30 Uhr das Rathaus in Zielona Gora.Die Strecke führt über Peitz, Tauer, Bärenklau, Guben nach Polen.