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| 17:05 Uhr

Cottbus
Sielower Reiterhof wird größer

 Der Wald am Sielower Reitstadion soll den Eigenheimen und Ferienwohnungen weichen.
Der Wald am Sielower Reitstadion soll den Eigenheimen und Ferienwohnungen weichen. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Waldstück soll für Entwicklung freigegeben werden. Kritik wächst an Plänen. Von Peggy Kompalla

Der Sielower Reiterhof soll erweitert werden. Nach dem Willen des Eigentümers, dem Cottbuser Bauunternehmer Helmut Rauer, wird ein Therapie- und Reitsportzentrum entstehen. Dafür muss allerdings ein Stück Wald dran glauben. Während die Pläne im Ortsbeirat gut ankommen, wächst die Skepsis. Für Kritiker ist das Projekt nur ein Deckmantel, um in dem Bereich Eigenheime zu errichten.

Die Verwaltung hat unterdessen mit einer Änderung des Flächennutzungsplans und einer entsprechenden Anpassung des Bebauungsplans den Weg für das Projekt geebnet. Sowohl Wirtschafts- als auch Umweltausschuss haben dem mehrheitlich zugestimmt und die Vorlagen dem Stadtparlament damit für heute zur Beschlussfassung empfohlen.

Der frühere langjährige Sielower Ortsbeiratschef Ulrich Günther plädiert für die Entscheidung: „Das hat Potenzial und ist ein wichtiger weicher Standortfaktor für Cottbus.“ Gerade mit Hinblick auf den ersehnten weiteren Zugzug. Auch Martin Kühne (Grüne) revidiert seine Bedenken: „Ich hatte ursprünglich die Splittersiedlung kritisiert. Aber es ist eine Flächenerweiterung in Richtung Sielow.“ Deshalb könne er mit den Plänen mitgehen. Mario Kaun (Linke) bedauert dagegen, dass dafür ein Stück Wald verschwindet, „der noch dazu in Kahren ersetzt werden soll“.

Allerdings regen sich in Sielow auch Zweifler. Denn in der Projekt-Beschreibung ist von einem Sommercamp für Multiple Sklerose Erkrankte die Rede, das allerdings seit mehreren Jahren ausgefallen ist. In der Begründung des Bebauungsplan steht: „Wöchentlich werden bis zu 120 körperlich und/oder geistig behinderte Kinder und Jugendliche betreut.“ Diese Angaben sind nicht aktuell. Allerdings geht Wolfgang Bialas, Chef des Fördervereins Therapeutisches Reiten, davon aus, dass in den nächsten Wochen das Angebot sowohl von der Spree-, als auch der Bauhausschule nach der Winterpause wieder genutzt wird. Er spricht von bis zu 30 Kindern, die dabei betreut werden.

In unmittelbarer Nähe zu den Reitanlagen sollen sechs bis sieben Eigenheime entstehen. In einer ersten Version war auch noch von Ferienwohnungen die Rede. Der Investor wolle den Standort weiterentwickeln, um diese Einnahmen in das nicht Kosten deckende Geschäft des therapeutischen Reitens zu stecken. Im Bebauungsplan heißt es dann auch, dass durch die Unterkünfte betroffenen Familien längere Therapieaufenthalte und die Teilnahme an Sommercamps ermöglicht werden soll. Allerdings soll auch ein besonderes Angebot an Wohngrundstücken geschaffen werden, dass sich vorrangig an Pferdesportinteressierte richten soll. Sie sollen ihre Tiere direkt auf ihren Grundstücken halten können.

 Der Wald am Sielower Reitstadion soll den Eigenheimen und Ferienwohnungen weichen.
Der Wald am Sielower Reitstadion soll den Eigenheimen und Ferienwohnungen weichen. FOTO: Michael Helbig/mih1