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| 18:08 Uhr

Ehrenamt
Freude und Leid beim Fest zum Sielower Bürgervereinsjubiläum

Die „nanunana´s“ aus Guben hatten einen großen Anteil an der guten Stimmung. Die sieben Hobby-Sänger hatten mit ihren Medleys zu den Themen Italien, Spanien und Seefahrt, in stets wechselnder, immer stilechter Kleidung die Leute zum Mitsingen animiert.
Die „nanunana´s“ aus Guben hatten einen großen Anteil an der guten Stimmung. Die sieben Hobby-Sänger hatten mit ihren Medleys zu den Themen Italien, Spanien und Seefahrt, in stets wechselnder, immer stilechter Kleidung die Leute zum Mitsingen animiert. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Von Georg Zielonkowski

Am vergangenen Wochenende wurde im Cottbuser Ortsteil Sielow zünftig der 20.Gründungstag des dortigen Bürgervereins gefeiert. Zwar hielt sich die Zahl der Gäste am Samstagabend in sehr bescheidenen Grenzen, als „Simple Back“ zum Tanz aufspielte. Doch am Sonntagnachmittag, als zum traditionellen Sommerfest gerufen wurde, war die Resonanz ungleich größer. „Kein Mensch kann die unterschiedliche Beteiligung erklärten, zumal wir mit drei Euro den Eintrittspreis für unsere Abendveranstaltung doch durchaus moderat angesetzt hatten“, so ein enttäuschter Bürgervereinschef Jens Brose.

Am Sonntag aber schaute er sehr zufrieden auf die Terrasse des Sielower Sportlerheims. Da blieb doch beim traditionellen „Sommerfest“ kaum ein Sitzplatz leer. Das bunte 200-Minuten-Programm setzte sich fast komplett aus der Mitwirkung von Amateuren zusammen. Einzige Ausnahme: Fußballer Renè Renno. Der frühere Bundesligaprofi und heutige Co-Trainer des Drittliga-Teams des FC Energie lebt seit 2010 in Sielow und findet die Menschen, die um ihn herum im Wohnpark leben einfach nett, gesellig und stets hilfsbereit. „Auch als ich zwei Jahre nicht mehr aktiver Kicker war, sind wir hier wohnen geblieben, weil es uns einfach gefällt. Und da auch unsere Kinder hier zur Schule gehen, wird sich an unserem Wohnort auch nichts ändern“, so das Bekenntnis des in Berlin geborenen Torhüters.

Informativ waren zudem die Einblicke in die Vereinsarbeit des nun 20-jährigen Bürgervereins, wozu der aktuelle Vorsitzende und seine Vorgänger angetreten waren. Dass der Verein lebt und auch aktuell seine Berechtigung hat, zeigte Oliver Fiedermann auf. Der Familienvater lebt inzwischen sechs Jahre im Ortsteil und gelangte über ein Straßenfest auf die Fährte dieses Vereins. Um schon Tage danach die Aufnahme zu beantragen. Vor dem Festtagspublikum nannte er seine Gründe für diesen Schritt: „Wir fühlen uns hier in Sielow wohl und auch deshalb will ich nicht nur die Angebote der hier existierenden Vereine nutzen. Im Gegenzug will ich mich auch einbringen und meine aktive Unterstützung anbieten.“ Womit das nun 81. Mitglied des BVS einem anderen Interviewpartner aus dem Herzen sprach. Hatte doch kurz zuvor Gerhard Stolz dem Verein zunächst zum Jubiläum gratuliert, um zugleich aber  mahnend anzufügen, dass man sich stets um junge Leute bemühen solle, die das Werk der Vorreiter der vergangenen 20 Jahre weiterführen: „Ich weiß sehr wohl, dass dies ein Problem nahezu aller Vereine in der heutigen Zeit ist, aber lasst euch nicht entmutigen und bleibt an diesem Thema dran“, so der Fahrrad-Freak. Der ist allseits unter dem Namen „Möhrchen“ bekannt und schaute schnell noch beim Sommerfest vorbei, bevor er kurz danach nach Mallorca abreiste, wo er in einer Radtouristik-Station als „Schrauber“ seine Erfüllung im Rentnerdasein findet.

Das betont musikalische Programm wurde getragen von sehr jungen Sielowern. Die Kinder des Hortes entsandten die Gewinner des Karaoke-Wettbewerbs, der am Ende eines jeden Schuljahres stattfindet. Vom Beifall der Besucher begleitet, brachten diese unter anderem Songs von Adel Tawil, Marc Foster oder Alive Merton in der Karaoke-Version zum Vortrage. Wobei Gillian und Thea, zwei Mädchen, die gerade in die vierte Klasse „aufgestiegen“ sind, mit ihrem Vortrag „Skandale“ zurecht den lautesten und längsten Beifall ernten durften.