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| 17:49 Uhr

Bildung
Siebtklässler kommen auf Wunschschulen

Theodor-Fontane-Gesamtschule in Cottbus. Herausputzen fürs neue Schuljahr. Die Schule gehört in Cottbus zu den gefragtesten.
Theodor-Fontane-Gesamtschule in Cottbus. Herausputzen fürs neue Schuljahr. Die Schule gehört in Cottbus zu den gefragtesten. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nur 58 Kinder bekommen Ausweichangebote. Überbucht sind wie immer die Fontane-Gesamtschule und die Paul-Werner-Oberschule. Von Andrea Hilscher

Die großen Ferien sind noch längst nicht zu Ende, doch viele Cottbuser Schulleiter brüten bereits wieder über den Stundenplänen für das kommende Schuljahr – und fragen sich dabei, wie sie alle Mädchen und Jungen an den weiterführenden Schulen unterbringen können.

Nach Auskunft von Gerald Boese, dem Leiter des Staatlichen Schulamtes in Cottbus, ist das sogenannte Ü7-Verfahren inzwischen abgeschlossen. In diesem Verfahren wird festgelegt welche Schüler ihre Wunschschulen besuchen dürfen und wie viele Klassen an den einzelnen Einrichtungen eröffnet werden.

Der aktuelle Stand: Insgesamt haben sich 621 Schüler im Ü7-Verfahren befunden. Fast alle von ihnen können nach den Sommerferien an ihre Erst- oder Zweitwunschschule gehen. 58 Kindern konnte ihr Wunsch allerdings nicht erfüllt werden. Das entspricht einer Quote von 9,3 Prozent. „Ein Wert, wie wir ihn so ähnlich auch aus den vergangenen Jahren kennen“, so Gerald Boese.

Den betroffenen Familien hat das Schulamt Angebote für Ausweichschulen gemacht. „In 47 Fällen wurden diese Vorschläge bereits angenommen“, erklärt Amtsleiter Gerald Boese. Elf Kindern wurde eine Zuweisung erteilt. Ob sie gegen eine solche Entscheidung Widerspruch einlegen, ist derzeit noch unklar.

Bei den Wanderungsbewegungen macht Cottbus in diesem Jahr ein deutliches Plus: 80 Schüler aus dem Stadtbezirk werden nach dem Sommer Schulen des Spree-Neiße-Kreises besuchen, von dort wechseln 162 Kinder an städtische Schulen.

Während in den Vorjahren einige der städtischen Gymnnasien darum kämpfen mussten, ihre Klassen voll zu bekommen, können sie in diesem Jahr mit der Nachfrage zufrieden sein. Gerald Boese: „Bei der Theodor-Fontane-Gesamtschule und der Paul-Werner-Oberschule gab es dagegen auch in diesem jahr deutlich mehr Anfragen als Plätze.“ Dennoch sei das Angebot an Oberschulklassen ausreichend: Vor allem dank der neuen Pestalozzi-Oberschule in Schmellwitz, die in diesem Sommer erstmals mit zwei Klassen an den Start geht. Die anderen zwei Oberschulen – Sachsendorfer und Paul-Werner – öffnen vier siebte Klassen.

Die Lausitzer Sportschule wird vier siebte Klassen führen, die Theodor-Fontane-Gesamtschule statt sechs wie im Vorjahr nur fünf neue Klassen.

Das Humboldt-Gymnasium öffnet drei siebte Klassen, ebenso das Leichhardt-Gymnasium. Das Niedersorbische und das Steenbeck-Gymnasium gehen mit zwei neuen siebten Klassen an den Start, beide haben zusätzlich Leistungs- und Begabungsklassen.

Das evangelische Gymnasium in privater Trägerschaft bringt ebenfalls zwei neue Klassen auf den Weg, am Pückler-Gymnasium (in Trägerschaft des Spree-Neiße-Kreises) gibt es vier neue Klassen.

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist also aktuell halbwegs ausgeglichen. Ob das so bleibt? Gerald Boese ist sich selbst nicht ganz sicher. „Bei den Gymnasien haben wir wohl ausreichend Kapazitäten, aber bei den Oberschulen müssen wir sehen, wie sich der Bedarf künftig entwickelt.

Hintergrund: Durch den unerwarteten Zuzug von Familien aus dem Umland wie auch durch den Bevölkerungszuwachs an Geflüchteten haben die Grundschulen in Cottbus inzwischen mit Raumnot und übergroßen Klassen zu kämpfen.

Schulrätin Ilona Sieg hatte im letzten Bildungsausschuss vor der Sommerpause bereits vor Problemen gewarnt: Sollte es hart auf hart kommen, müssten die Klassenstärken auf bis zu 30 Schüler hochgefahren werden.