Punkt 10.30 Uhr am Donnerstag zerriss ein mächtiger Knall die idyllische Ruhe in einem Wald bei Neuhausen. Ein paar Sekunden später ertönte dreimal hintereinander ein Fanfarenton. Mario Büchner, der Truppführer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, gab Entwarnung. Sieben Panzergranaten, 8,8 Zentimeter und deutscher Bauart, waren durch eine kontrollierte Sprengung unschädlich gemacht worden. Die letzten Überreste einer Fundstelle, die in den vergangenen Wochen vor allem deshalb für Aufsehen gesorgt hatte, weil rund 500 historische Hieb- und Stichwaffen ausgegraben wurden.

Dreieinhalb Tonnen Munition, vor allem Granaten, aber auch eine 100-Kilo-Bombe, waren in den fünf Wochen geborgen worden, so Büchner. Schrott liegt nach Auskunft des Kampfmittelexperten noch immer im Wald vergraben. "Autotüren oder auch ein Zaunfeld, aber keine Munition mehr", so Büchner.

Bürgermeister Dieter Perko (CDU) verteilte schon vor der letzten Sprengung viel Lob: an die Kampfmittelexperten, die Räumfirma, aber auch an die Mitarbeiter seiner Verwaltung und des Bauhofes. "Es war eine außergewöhnliche Situation", betonte er. Mit erheblichem Aufwand sei jeden Tag einschließlich der Wochenenden die Fundstelle be streift worden, um Munitionssammler fernzuhalten. "Es bestand schließlich ein erhebliches Gefahrenpotenzial", so der Gemeindechef. "Am Ende gab es keinerlei Komplikationen", lautete schließlich das Fazit Perkos.

Allerdings dürfte nach dem Abschluss der Bergungsarbeiten in dem Waldgebiet die Ruhe wohl nur von kurzer Dauer sein. Im Neuhausener Gemeindegebiet sind in den vergangenen Jahren immer wieder gefährliche Hinterlassenschaften entdeckt worden. So waren Riegelminen explodiert und hatten dadurch eine Ortseingangsstraße zerstört. Und auch mit Fliegerbomben kennen sich die Neuhausener aus.

In Groß Oßnig wurde schließlich am Donnerstag eine Tellermine unschädlich gemacht. Ein Spaziergänger hatte diese laut Perko gefunden. Um 11.45 Uhr wurde sie gesprengt. "Am Ende stellte sich heraus, dass es lediglich eine Übungsmine war", so der Bürgermeister. Das sei aber auf den ersten Blick nicht erkennbar gewesen. Deshalb hätten sich die Experten zur Sprengung entschieden. Das Gebiet war zuvor weiträumig abgesperrt worden. Zum Glück, so Perko. Denn wegen des schönen Wetters waren am Donnerstag zahlreiche Radfahrer in Nähe der Fundstelle unterwegs.