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Cottbus
Sie wollen auch anderen Kindern etwas Gutes tun

Gisela Frömter aus Kiekebusch hat jetzt schon wieder Präsente für die Schuhkartons des kommenden Jahres.
Gisela Frömter aus Kiekebusch hat jetzt schon wieder Präsente für die Schuhkartons des kommenden Jahres. FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Gisela Frömter aus Kiekebusch beteiligt sich an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

Das Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ organisiert alljährlich die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Dahinter verbirgt sich, dass Schuhkartons mit Geschenken für bedürftige Kinder gepackt und in den verschiedenen Zielländern möglichst persönlich übergeben werden.

Seit vielen Jahren engagiert sich Heike Balko aus Cottbus mit ihrem Sammelteam für diese Sache. Die Päckchen werden in der Sammelstelle in der Kirche in der Bautzener Straße zusammengestellt. In diesem Jahr gingen 1194 Schuhkartons in 117 Versandkartons auf die Reise.

Unter den Präsentkästen waren auch die zehn Überraschungspakete von Gisela Frömter. Seit vier Jahren beteiligt sich die Kiekebuscherin an der Aktion. Sie strickt  Puppen- und Teddysachen, aber auch Socken, Mützen, Schals und Westen, näht Puppentragetaschen und Vieles mehr. Das ganze Jahr über ist sie auf der Suche nach bezahlbaren Geschenken für die Schuhkartons. „Es ist immer Mal- oder Schreibzeug im Karton, dazu kommen Zahnbürsten und andere Hygieneartikel. Die Jungs bekommen dann einen Teddy mit Anziehsachen und die Mädchen eine Puppe. Die Kinder sollen ja auch was zum Spielen haben“, sagt die 64-jährige.

Für die Spender ist vorgegeben, dass jeder Karton beschriftet und dabei vermerkt wird, für welches Alter und für Junge oder Mädchen gedacht ist. Gisela Frömter hat sich auf  Zwei- bis Vierjährige spezialisiert. Vor vier Jahren hat sie das erste Mal Päckchen gepackt. Ihre Postfrau hat sie dann mitgenommen und an die richtige Stelle weiter gegeben. „Als mich Frau Hoffmann gefragt hat, haben wir beide gleich ja gesagt, denn uns geht es gut, unsere Kinder sind gut versorgt. Wir wollen einfach auch anderen Kindern etwas Gutes tun“, sagt Siegfried Frömter, der schon seit Jahren im Rollstuhl sitzt und zwei Krebserkrankungen überstanden hat. Seine Frau Gisela hat  in allen Krankheitsphasen immer an der Seite ihres Mannes gestanden, hat  auf Vieles verzichtet, zum Beispiel auf den geliebten Sport. Weil die gelernte Physiotherapeutin sich immer um ihren Mann kümmern muss, ist sie sehr an das Haus gebunden. „So kann ich nur wenig raus und deshalb habe ich mir mit dem Kümmern um die Schuhkartons etwas gesucht, was ich zuhause machen kann und  was meiner Seele gut tut“, betont die Seniorin. Durch den Medikamentenrhythmus ihres Mannes sei der Tag sehr lang. „Im Fernsehen gibt es oft Filme, die wir schon kennen, da kann man auch nebenbei Stricken“, erklärt Gisela Frömter.  Schon jetzt hat sie in ihrer Schatzkiste wieder einige Geschenke für  nächstes Jahr: Weihnachten feiern die Frömters ganz in Familie und für die Enkel gibt es natürlich auch Geschenke.

(jul)