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Sie verpassen viel

Wittenberg ist immer eine Reise wert, 2017 besonders. Da locken nicht nur die Stätten der Reformation, die frisch saniert Tausende von Menschen aus aller Welt anziehen.

Noch bis zum 10. September ist die Weltausstellung Reformation zu sehen. Diese Open-Air-Ausstellung im Grüngürtel um die Wittenberger Altstadt, in der Collegienstraße und an anderen Orten der Altstadt - alles gut zu Fuß zu erreichen - präsentiert 80 deutsche und internationale Organisationen, Vereine und Kirchen. Sieben Torräume zu Themen von Spiritualität bis Globalisierung/Eine Welt laden zu erlebnisreichen Spaziergängen ein, auf denen es viel zu entdecken gibt. Unser zehnjähriger Sohn war besonders begeistert vom Riesenrad der Seelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Zwischen Himmel und Erde" bieten sich herrliche Ausblicke auf die Lutherstadt und ihre Umgebung. Auch der Hochseilgarten im Torraum "Jugend" ermöglicht im Blick von oben neue Einsichten zum Leben, dem eigenen und den Herausforderungen der modernen Welt. Diese werden in den dazugehörigen Türmen mit Ausstellungen und Gesprächen ausgelotet. Meinen Mann zog es in die Ausstellung "Luther und die Avantgarde" im ehemaligen Gefängnis. Mich lässt das originale Flüchtlingsboot aus dem Mittelmeer nicht los. Die Fotos und Bibelsprüche an der Schiffswand zeigen die Menschen, die in dem Boot zusammengepfercht waren, mit ihrem Gottvertrauen. Und ich will mir unbedingt noch die Berufungsfabrik ansehen. Für Cottbus ist besonders schön, dass der Torraum "Ökumene und Religion" von einer Installation eröffnet wird, die Studierende der BTU Cottbus-Senftenberg gestaltet haben. Konnte ich Ihnen Lust auf Wittenberg machen? Sie verpassen viel, wenn Sie nicht da gewesen sind.