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Sie spielten ihre Hochzeitsmusik selbst

ErstesTrauung 2003 im Cottbuser Standesamt
ErstesTrauung 2003 im Cottbuser Standesamt FOTO: Foto: Jürgen Kaffka
Sie sind das erste Cottbuser Brautpaar des Jahres: Sebastian und Susanne Martin, geborene Preuß. Gestern Nachmittag gaben sich die Diplom-Musikpädagogin und der Masseur im Standesamt am Altmarkt das Ja-Wort. Von Ulrike Elsner

Glückliches Paar: Susanne und Sebastian Martin gestern auf dem Cottbuser Standesamt.Frank Göhler lässt die Videokamera über die Hochzeitsgemeinde kreisen, hält den Moment des Ringtauschs und den Kuss fest. Der Berliner nennt sich „Sebastians besten Kumpel“ . Beide machen Musik in der Deutschrock-Band „Die Therapeuten“ . „Sebastian spielt Saxophon und Keyboard.“
Musik ist wichtig im Leben des jungen Paares. Deshalb haben sie auch die Hochzeitsmusik besonders sorgfältig ausgewählt. Auf dem eingespielten Tonband spielt der junge Ehemann Gerhard Schönes „Alles Liebe“ selbst auf dem Klavier. Außerdem ist das Blasorchester Cottbus mit „Irish Tune“ zu hören. Hier hat Susanne Martin bis zum Abschluss ihres Studiums an der Fachhochschule Lausitz im vergangenen Sommer musiziert. Jetzt bläst sie Oboe und Englischhorn im Luftwaffenmusikkorps II in Karlsruhe.
Vor knapp anderthalb Jahren haben die Brautleute sich im Cottbuser Gesundheitszentrum Reha-Vita kennengelernt, wo Sebastian Martin als leitender Masseur gearbeitet und Susanne Preuß einen Sportkurs besucht hat. Sie kamen ins Gespräch und waren schnell beim Thema Musik. Bald schon musizierten sie im Duett. Susanne Martin: „Er am Akkordeon, ich an der Blockflöte.“
Was er an ihr besonders mag„ „Sie ist sehr sensibel.“ Und sie ist froh, „dass wir so gut miteinander reden können.“ „Es haut einfach hin“ , meint die frisch gebackene Ehefrau. Diskutiert wird bei Martins viel. Wer sich durchsetzt“ „Mal der eine, mal der andere“ , sagt Susanne und gibt mit ihrer Antwort auf die Frage nach dem Kinderwunsch des Paares gleich ein Beispiel. „Zwei“ , sagt die Braut mit Bestimmtheit. „Ich denke eins“ , wirft ihr Mann ein. „Naja, eins bis zwei“ , fasst sie mit einem charmanten Lächeln zusammen.
Was sie sich außerdem für die Zukunft wünschen? „Gesundheit“ , sagt sie. „Und dass wir uns weiter so gut verstehen und uns alles sagen und dass wir bald in einer Stadt leben.“
Vorerst führt das Paar eine Wochenend-Ehe. Dabei kann Susanne wegen ihrer Verpflichtungen im Orchester nur alle drei bis fünf Wochen nach Berlin fahren, wo die beiden eine gemeinsame Wohnung haben. In Berlin hat der junge Ehemann ein Toningenieur-Studium aufgenommen, nachdem er seinen erlernten Beruf wegen eines Bandscheibenvorfalls an den Nagel hängen musste. „Berlin ist offen und locker“ , schwärmt Susanne. Und Sebastian Martin meint: „Dort sind einfach Kultur und Kunst zu Hause.“
Auch für die Mütter der Brautleute war gestern ein besonderer Tag. „Ich bin überzeugt, dass die beiden es gut machen“ , sagt Rosemarie Martin. „Sie wissen, worauf es ankommt, und werden ihr Leben gut gestalten.“

Hintergrund Heiraten in Cottbus
 Im vergangenen Jahr wurden in Cottbus 323 Ehen geschlossen, sieben weniger als 2001.
Die meisten Brautleute sind „Anfang 20 oder knapp 30“ , sagt Standesbeamtin Manuela Mietzsch .