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Sie schätzt an Pückler den großen Europäer

Heidemarie Konzack
Heidemarie Konzack FOTO: Elsner
Cottbus. Am Sonntag feiern die Pücklerfreunde den 231. Geburtstag des großen Landschaftsgestalters. Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der in Branitz sein Meisterwerk schuf, ist heute deutschlandweit populärer denn je. Für Heidemarie Konzack, Mitbegründerin des Vereins "Fürst Pückler in Branitz" und dessen langjährige Vorsitzende, ist das Anlass zur Freude und Bestätigung ihres Wirkens. Ulrike Elsner

Es sind die Verlorenen und in den letzten Jahren wiedergewonnenen Orte, die so eng wie kein anderes Vorhaben mit der Amtszeit von Heidemarie Konzack verbunden sind. Als Bernhard Neisener im vergangenen Jahr die Nachfolge antrat, war mit dem Historischen Zaun an der Parkschmiede das zehnte Projekt dieser Art auf den Weg gebracht. Eingeweiht wurde er beim diesjährigen Gartenfestival.

An seiner Vorgängerin schätzt Neisener "Zielstrebigkeit, Kompromisslosigkeit, Offenheit und die Fähigkeit, Dinge neu zu denken." Genau diese Eigenschaften haben die heute 73-jährige frühere SPD-Landtagsabgeordnete wohl bewogen, den Vereinsvorsitz abzugeben. Sie selbst sagt: "Ich bin ein Mensch, der alles hundertprozentig machen will." Das habe sie für die Zukunft nicht garantieren können.

Doch die gebürtige Cottbuserin hat in Pücklers Gartenreich gemeinsam mit dem mittlerweile mehr als 150 Mitglieder zählenden Verein Spuren hinterlassen.

Vor allem sind da die Verlorenen Orte zu nennen, die dank des Vereins zurückgewonnen werden konnten. Bereits im April 2007 erhielt der Mondberg eine Nachbildung der einstigen Stele mit Halbmond sowie eine Rundbank zurück. Im Jahr darauf folgte ein aus Edelstahl gestaltetes Kreuz auf dem Heiligen Berg. Im Jahr 2009 wurde das Rosenbeet am Schloss und 2010 eines von ehemals vier gusseisernen Parkeingangsschildern wiedererrichtet. Ein Jahr später folgte der Nachguss einer historischen Parkleuchte. 2012 wurden zwei vergoldete Blumenständer auf der Schlossterrasse aufgestellt. 2013 folgten die Sitzbank am Schwarzen See, die Grabplatte von Pücklers Lieblingsstute Adschameh und die Steinsitzgruppe an der Rehtränke. Hinzu kommt die Neupflanzung einer Linde am Gotischen Fenster. Außerdem trägt der Verein seit dem Jahr 2007 die Kosten für die Frühjahrsbepflanzung am Schloss.

Schon in den 80ern hat sich Heidemarie Konzack als Stadtführerin mit Pückler beschäftigt. Damals hat die Diplom-Elektroingenieurin im Starkstromanlagenbau Cottbus (VEM) auch ihr erstes Pücklerbuch gelesen: "Pücklers Park" von Wolfgang Knape. "Ich habe es während einer Kulturwoche im Betrieb vorgestellt", so Heidemarie Konzack, "weil ich erkannt habe, was für ein großartiger Mensch und Weltmann Pückler war."

Auf eine historischen Ansichtskarte vom Park hat die Cottbuserin einen Pückler-Satz geschrieben, den sie gern zitiert. "In Ihrem schönen Frankreich hat die Regenerierung der Welt begonnen", schrieb der Fürst Neujahr 1834 an General Cesar Moreau, "und wenn die Völker Europas eines Tages nur noch eine Familie sind, dann werden wir das Frankreich verdanken."

Angesichts dieser Weitsicht gerät die Cottbuserin ins Schwärmen: "Was für ein Riesenhorizont! Er war ein Europäer, das ist für mich wichtig als Politikerin." Während ihres ehrenamtlichen Dienstes in der Oberkirche rät sie Gästen gern: "Gehen sie nach Branitz. Das ist unser Highlight."

Dass Pückler mit der Parkomanie-Ausstellung in Bonn bundesweit so viel Aufmerksamkeit gefunden hat, freut niemanden mehr als Heidemarie Konzack. Von den Branitz-Besuchern hingegen wünscht sie sich, "dass alle den Park als Denkmal respektieren und genießen". Dazu gehört auch, das Radfahrverbot zu beachten.