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| 17:35 Uhr

Umweltschutz
Sie machen das ganze Jahr Frühjahrsputz

 Amelia und Adrian Winkler nutzen ihre regelmäßigen Spaziergänge mit Tierheimhund Jonny zum Müllsammeln.
Amelia und Adrian Winkler nutzen ihre regelmäßigen Spaziergänge mit Tierheimhund Jonny zum Müllsammeln. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Amelia und Adrian sammeln den Müll auf, den andere Leute in die Natur werfen. Von Andrea Hilscher

(hil) Sie sind ein bisschen außer Atem: Adrian Winkler (7), seine Schwester Amelia (12) und natürlich auch der Schäferhund-Mix Jonny (6). Die drei sind ein eingespieltes Team. Seit mehr als einem Jahr gehen die Geschwister jeden Samstag und jeden Sonntag mit dem Tierheim-Hund Gassi. Doch nicht nur das. Bei jedem ihrer Spaziergänge sammeln die Kinder säckeweise Abfälle vom Wegesrand auf. „Weil uns der Dreck einfach unheimlich ärgert“ erklärt Amelia Winkler.

Seit sie vier Jahre alt ist, gehört für sie und ihre Eltern das Tierheim zu den festen Anlaufpunkten am Wochenende. Viele Hunde haben die Winklers bis zu ihrer Vermittlung begleitet – und irgendwann ist bei diesen Gassirunden die Idee entstanden, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Eltern und Kinder haben sich während der ausgedehnten Spaziergänge immer häufiger über den Müll geärgert, den Spaziergänger, Radfahrer oder Picknick-Gruppen im Umkreis des Tierheims, am Spreeufer und im Naturschutzbereich hinterlassen. Irgendwann haben die Kinder angefangen, den gröbsten Unrat aufzusammeln. Inzwischen ist die Familie schon nahezu perfekt ausgestattet: Handschuhe schützen die Kinder vor Dreck und Verletzungen, zwei große Müllsäcke reichen gerade für eine Gassirunde. „Es ist verrückt, was wir finden“, erzählt der kleine Adrian. „Flaschen, Windeln, Alufolie, das kann man doch viel besser in die Mülltonne werfen.“ Seine Schwester kann ebenfalls nicht verstehen, warum erwachsene Leute sich nicht an die Regeln halten. „Abfall in die Natur werfen geht gar nicht“, sagt sie. Eklig findet sie ihre Sammelaktionen auch nicht. „Man gewöhnt sich dran.“

Zurück im Tierheim darf Jonny dann noch mit den Kindern auf die Tobewiese. Ohne Leine kann er mit seinem Lieblingsball spielen und mit Adrian und Amelia um die Wette rennen. Tierheim-Mitarbeiterin Elke Klengel ist glücklich, wenn sie das Trio beim Toben beobachten kann. „Es ist doch fantastisch, wenn Kinder auf diese Art lernen, Verantwortung zu übernehmen. Für ein lebendiges Wesen und gleichzeitig für die Natur.“ Mittags bringt die Familie „ihren“ Jonny wieder in seinen Auslauf, den gesammelten Müll entsorgen die Winklers bei sich Zuhause. Und am nächsten Wochenende ziehen sie wieder los, zur Freude von Jonny. Und für eine etwas sauberere Umwelt.