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| 08:40 Uhr

Hintergrund
Sicherheitsbereitschaft – was heißt das eigentlich?

Blick in den Leitstand von Block F des Kraftwerks Jänschwalde.
Blick in den Leitstand von Block F des Kraftwerks Jänschwalde. FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt
Cottbus. Um 17 Uhr wird am Sonntag Block F im Kraftwerk Jänschwalde vom Netz gekappt. Er wechselt in die sogenannte Sicherheitsbereitschaft. Doch was ist das eigentlich?

Ziel der Sicherheitsbereitschaft und der Stilllegung ist es, die Kohlendioxidemissionen bei der Stromversorgung in Deutschland zu verringern. Zusätzlich soll mit der Reserve-Zeit die Versorgungssicherheit abgesichert werden.

Doch ganz so einfach ist das gar nicht. „Was wir hier vorhaben, ist eine echte Herausforderung, auf die wir uns seit mehr als zwei Jahren vorbereiten“, sagt der Leiter des Kraftwerkes, Andreas Thiem. „Wir versetzen den Block gezwungenermaßen in einen Schlummerschlaf“.

Das größte Problem stelle sich für die Kraftwerker mit den Wintertemperaturen ein. Wenn es kalt steigt der Strombedarf. Genaoi dann könnte als Block F gebraucht werden. Ein gefrorener Kraftwerksblock ist aber nicht anfahrbereit und schon gar nicht innerhalb von zehn Tagen. Also müssten für diesen Fall Vorkehrungen getroffen werden. „Unser besonderes Augenmerk richtet sich daher auf die sehr komplexe und auch finanziell sehr anspruchsvolle Abdichtung und Beheizung des Kesselhauses. Dafür werden wir über 50 schrankgroße Heizlüfter mit insgesamt sieben Megawatt Leistung in den Block F stellen“, erklärt Thiem. „Das ist die simpelste Lösung“, so Thiem.

Ein Block in der Reserve soll innerhalb von zehn Tagen wieder anfahrbereit sein. Um das zu gewährleisten, weden auch in Zulkunft täglich Mitarbeiter am Block arbeiten müssen. Wird es überhaupt gelingen, den Block so schnell wie gewünscht wieder hochzufahren?

„Hier wirkt eindeutig die Kraftwerker-Ehre. Wir wollen sicherstellen, dass der Block läuft, wenn er gerufen wird“, bekräftigt Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der Leag. Dass der Block monatelang am Netz sein könnte – davon geht er nicht aus. „Es ist sicher nicht gewünscht, dass wir monatelang am Netz sind. Am Ende muss aber der Netzbetreiber entscheiden. Er trägt die Verantwortung für die Netzstabilität.“

(bob)