Die Stadt Cottbus hat am Dienstag das Alkoholverbot für Teile der Innenstadt erneut in Kraft gesetzt (siehe Grafik). Damit reagiert die Verwaltung nach Auskunft von Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) auf gehäufte Vorfälle, bei denen „Alkohol und Testosteron“ für eine bedrohliche Mischung sorgten. Der  Konsum von Alkohol ist somit in der Öffentlichkeit untersagt. Der Geltungsbereich wurde allerdings neuen Schwerpunkten angepasst.

Thomas Bergner erklärt: „Wir haben uns Zeit gelassen mit der Verfügung und zunächst die Lage beobachtet. Aber die Anzahl der Vorfälle hat uns jetzt dazu veranlasst, das Alkoholverbot erneut zu verfügen.“ Bei den Vorfällen habe es sich um Rangeleien, Lärmstörungen und gefährliches Verhalten im Haltestellenbereich der Straßenbahn gehandelt – alles gepaart mit Alkohol. Dem wolle die Stadt nun entschieden entgegentreten. „Wir haben genügend Vorfälle in unseren Akten dokumentiert, um das Alkoholverbot zu rechtfertigen“, betont der Dezernent. Damit erlässt die Stadt Cottbus das dritte Jahr in Folge eine solche Verfügung.

Blechen-Carré neuer Schwerpunkt

Als ein neuer Schwerpunkt habe sich die Straßenbahnhaltestelle am Einkaufszentrum Blechen-Carré herausgestellt. „Es hat bereits mehrere gefährliche Situationen auf den Gleisen gegeben“, ergänzt Thomas Bergner. Auch Cottbusverkehr habe auf die brenzligen Situationen an der Haltestelle hingewiesen. „Bislang ist alles noch ohne Verletzungen ausgegangen“, sagt er. Damit es auch in Zukunft nicht so weit kommt, hat die Stadt den Geltungsbereich für das Alkoholverbot von der Stadtpromenade bis zur Liebknechtstraße ausgedehnt – also auf die Haltestellen rund um das Kundenzentrum von Cottbusverkehr erweitert.

Teehäuschen am Puschkinpark im Blick

Ein weiterer Schwerpunkt sei das Teehäuschen am Eingang des Puschkinparks. „Dort zieht es vermehrt das Klientel hin“, erklärt Dezernent Bergner. „Das gefällt uns nicht und wir werden das nicht länger hinnehmen.“ Damit spielt er auch auf den Vandalismus und Schmierereien am denkmalgeschützten Japanischen Pavillon an, der immer wieder mit großem ehrenamtlichen Engagement und mit Unterstützung öffentlicher Mittel auf Vordermann gebracht wird. „Deshalb ziehen wir auch weitere Maßnahmen in Erwägung.“ Demnach denkt die Stadt über den Einsatz eines zusätzlichen Sicherheitsdienstes nach, zieht aber auch eine Videoüberwachung des Bereiches in Betracht, wenn auch dafür durch den Gesetzgeber hohe Hürden gesetzt werden. Dazu werde es am Mittwoch ein extra anberaumtes Gespräch mit der Polizei geben, so Dezernent Bergner.

Das Alkoholverbot gilt für das Umfeld der Stadthalle, der Spree-Galerie und vor dem Lindner Congress Hotel, für die Stadtpromenade entlang der Stadtmauer einschließlich der Flaniermeile sowie der Haltestellen der Straßenbahn am Blechen-Carré sowie im gesamten Puschkinpark. Dagegen ist der Schillerpark von dem Alkoholverbot diesmal ausgenommen. Die Allgemeinverfügung gilt bis zum 31. Oktober.

Das Alkoholverbot ermögliche es den Streifen von Polizei und Ordnungsamt, die Betroffenen schneller anzusprechen. Bei wiederholter Lärmbelästigung könnten die Einsatzkräfte auch mobile Lautsprecher einkassieren. „Die dürfen sich dann die Eltern der zumeist minderjährigen Störenfriede bei uns abholen“, so Thomas Bergner.