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Showballett verzaubert den Dicken

Uniques Cottbus auf dem Dach vom Radisson Blu Hotel Cottbus
Uniques Cottbus auf dem Dach vom Radisson Blu Hotel Cottbus FOTO: Heiner Stephan (LR-COS-REM-613)
Cottbus. Wenn am 11. 11. die Narren in Stadt und Land wieder die Rathäuser in Beschlag nehmen, wird auch der Spremberger Turm in Cottbus ins Geschehen mit einbezogen. Um 19 Uhr tanzt dort das Showballett Uniques der Interessengemeinschaft Cottbuser Carneval (ICC) anlässlich der Vernissage einer Fotoausstellung von Heiner Stephan. Und damit gewissermaßen auch für sich selbst. Frank Hilbert

Der 48-jährige ambitionierte Hobbyfotograf aus Cottbus hat nämlich das 14-köpfige Showballett ein Jahr lang durch die verschiedenen Jahreszeiten mit seiner Kamera begleitet. 19 Fotos davon wird der studierte Straßenbau-Ingenieur bis zum 12. Januar im Innern des "Dicken" unter dem Titel ". . .unterwegs durch Cottbuser Raum und Zeit - Uniques 2017" präsentieren. Und das ist auch gleichzeitig das Thema eines attraktiven Kalenders mit einigen dieser Aufnahmen, wo die Damen in "glamourösen Kostümen" zu sehen sind, wie Melanie Wudi ankündigt.

Sie hält seit vielen Jahren die Fäden des Showballetts in der Hand, betont aber gleich, dass es im Ensemble wie in einer großen Familie zuginge. "Wir sind eine feste, gut eingeschworene Truppe, die auch gern privat miteinander etwas unternimmt. Und ohne unsere Männer, Mütter und Väter würde das alles gar nicht funktionieren. Viele von uns haben Kinder, die während der Auftritte von ihnen betreut werden", sagt sie. Auch durch die ICC würden sie unterstützt. Fünf Uniques-Mitglieder trainieren dort den Karneval-Nachwuchs im Showtanz und Gardetanz.

Das Showballett war ursprünglich im Tanzhaus des Piccolo-Theaters etabliert und ist seit 1991 im ICC integriert. "Viele der Mädels haben zuerst in Funkengarden unterschiedlichster Vereine getanzt", sagt Melanie Wudi. Inzwischen können die Tänzerinnen auf eine beachtliche Bilanz verweisen: Sie haben zahlreiche Pokale gewonnen, wurden 2003 Lausitzmeister, tanzten in Frankreich und Luxemburg und haben bei der Brandenburgischen Landesmeisterschaft einen 3. Platz belegt. Verschiedene professionelle Trainer, darunter viele vom Cottbuser Staatstheater, haben mit ihnen die Tänze einstudiert. Apropos Theater: Dort sind die Uniques von 2014 bis Juni 2015 in der Inszenierung der Verdi-Oper "La traviata" zu sehen gewesen.

Mehr als zehn Tänze haben sie mit der Zeit bis zur Perfektion einstudiert. Die Palette reicht da von Karibischem Flair über Afrika, Orientalisch, Venezianisch, Spanisch bis hin zum Can Can. "Neue Choreografien werden wir jetzt nicht mehr einstudieren. Wir brennen für die Tanzerei. Jeder achtet mit viel Selbstdisziplin auf seinen Körper, aber wir werden nicht jünger. Und es muss ja auch nach was aussehen. Daher haben wir uns die Grenze gesetzt: keine neuen Tänze mehr ", sagt Melanie Wudi. Wann Schluss ist, wisse keiner von ihnen - "mal gucken", sagt sie.

Die Truppe finanziert sich über ihre Auftritte, für die man sie buchen kann (Telefon: 0176 10401514). Das Geld wird nicht nur für Saalmieten benötigt, sondern auch für die wunderschönen Kostüme, die durch die Tänzerinnen selbst entworfen und angefertigt werden. "Unsere kreativen Köpfe sind dabei vor allem Sandra Schulz und Mandy Richter." Letzere war es auch, die den Kontakt zu Heiner Stephan hergestellt hatte, denn so ein Kalenderprojekt wollten die Uniques unbedingt mal machen. "Mit Heiner, das fetzt schon", bringt es Melanie Wudi nach den vielen mehrstündigen Foto-Shootings auf den Punkt.

Dieser hatte bereits Erfahrungen durch Fotos von Turniertänzerinnen sammeln können. "Ich wollte die Mädels aber nicht im karnevalistischen Umfeld fotografieren, sondern an typischen Cottbuser und Lausitzer Plätzen. Die Uniques gehören einfach zu Cottbus und der Lausitz", betont Heiner Stephan, der nach eigenen Angaben die Fotografie seit 1999 "etwas professioneller" betreibt. Im angemeldeten Nebengewerbe, wie er wert legt zu betonen. Damals sei er vom Sportclub Cottbus angesprochen worden, beim Turnier der Meister zu fotografieren. Dann folgte die Hochzeitsfotografie und auch beim damaligen RUNDSCHAU-Fotowettbewerb "Blende" habe er 1998 zweimal mit seinen Bildern gewonnen. "Die Medaillen habe ich heute noch", sagt er.

Die zwei- bis vierstündigen Foto-Shootings seien für beide Seiten etwas Besonderes gewesen. Eben wie der Name der Uniques, der übersetzt "einzigartig" bedeutet. Und einzigartig sollte auch der Kalender sein, der in einer limitierten Auflage im Spremberger Turm ab dem 11. 11. zu haben ist. "Wir haben bewusst auf die Wochentage darin verzichtet, damit er zeitlos bleibt", unterstreicht Melanie Wude. Zeitlos und einzigartig.