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Shoppingtour in die Scheune

Am Wochenende fand der nun schon traditionelle Höfetrödelmarkt im Cottbuser Ortsteil Saspow statt. Viel zu schauen gab es auch auf dem Hof "Hilde", wo auf die Käufer sogar eine Trödelscheune wartete.
Am Wochenende fand der nun schon traditionelle Höfetrödelmarkt im Cottbuser Ortsteil Saspow statt. Viel zu schauen gab es auch auf dem Hof "Hilde", wo auf die Käufer sogar eine Trödelscheune wartete. FOTO: Hirche/jul1
Saspow. Zum 3. Mal fand am Sonnabend im Cottbuser Ortsteil Saspow ein Höfetrödelmarkt statt. Marion Hirche / jul1

Auf insgesamt 21 Höfen in dem knapp 700 Seelen zählenden Ort wurden Historisches, Gebrauchtes und Nippes angeboten. Bei Jenny Pantel im Cottbuser Weg gab es alles für das Kleinkind. "Wir sind erst hierher gezogen, wollen uns so in die Dorfgemeinschaft integrieren, denn man kommt ja dabei irgendwie ins Gespräch. Außerdem kann ich die Mädchensachen anbieten, die ich immer aufgehoben habe, aber nun ist unser zweites Kind ein Junge geworden. Na und das ist hier vor der Haustür. Man braucht nicht irgendwo hinzufahren", sagte die junge Mutter.

Ihre Nachbarin Gudrun Röhl bot ihre selbst geschaffenen Kunstwerke wie Ölbilder und Karten, an. Dazu Holzarbeiten von ihrem Mann und Tochter Henriette übernahm die Standbetreuung, steuerte noch Jugendbücher bei.

Gegenüber von den Röhls stand ein ganzer Fuhrpark zum Verkauf, Bagger, Kipper, Bobbycars, Roller. "Wir haben im Haus Zwillinge und da ist alles gleich doppelt da, aber so manches ist nichts mehr, denn die Kinder sind größer geworden", verriet Ceciel Kuhla. Auch Historisches war hier im Angebot: der Parfümzerstäuber zum Beispiel aus Omas Schlafstube:" Oma ist vor Kurzem gestorben, da wollten wir nicht alles wegwerfen, auch deshalb sind wir heute mit dabei, das erste Mal."

Ein Trödelparadies tat sich im Hof "Hilde" in der Grünstraße auf: Hilde Müschner war vor drei Jahren mit Christine Grundke und Griseldis Jäkel Ideengeberin und Motor für diese Veranstaltung. Das sympathische Organisationstalent hatte auf dem Hof Verwandte und Freunde versammelt. An mehreren Ständen und in der großen, oft zu Partyzwecken genutzten, Scheune wurden Raritäten angeboten: Kaffeekannen und Nachtschränkchen, Tassen, CDs, ein alter Siphon. Schuhe, Koffer, alte Klamotten, eine Couch, Spielzeug, Pflanzen- all das gab es hier. "Ich habe heute schon einen alten Pappkoffer, alte Fenster, Kleider aus den 50ziger Jahren und eine Emaillewanne verkauft. Auch Besteck mit Holzgriff wurde genommen", war von Hilde Müschner, die das Geld in einem gläsernen Nachttopf mit der Bemerkung "Scheiß-Geld" kassierte, zu erfahren. "Wir haben hier ein Schaukelpferd für unser Enkelkind entdeckt und gekauft", war von einer Hofbesucherin zu erfahren. "Wir haben nach dem Verkauf unserer Datsche auch mal selbst getrödelt, deshalb sind wir heute hier, wir sind einfach neugierig", erzählte Marie-Luise Totz. Hier auf dem Hof gab es auch Sitzecken zum Verweilen und Schlemmen. Selbst gebackener Kuchen und Pellkartoffeln mit Hering wurden angeboten.

Christine Grundke in der Fröbelstraße lockte mit Leberwurst- und Eierstullen. Sie hatte die organisatorischen Fäden in diesem Jahr in der Hand, freute sich über die gute Resonanz. Auf ihrem Hof trennte sich Toni Schulz von seinem Kindheitsbesitz: ein Puppenhaus, ein Fußballteppich Bücher, Spiele. Der rote Gartentisch mit passendem Stuhl von Christine Grundke blieb allerdings bis zum Höfetrödelmarkt um 17 Uhr trotz vieler Nachfragen unverkäuflich, auch Reinhard Donath aus Sielow hatte keine Chance: "Ich habe den Besuch hier gleich mit einer Radtour verbunden."