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| 01:00 Uhr

Selbstbewusste Radler in der Lausitzmetropole

Cottbus.. Der Runde Tisch Radverkehr hat die Cottbuser Radler zu mehr Selbstbewusstsein aufgefordert. Jan Gloßmann

„Der Radfahrer ist kein geduldetes bewegliches Hindernis auf den Straßen, sondern gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer“ , sagt der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Cottbus, Dirk Israel. Gleichzeitig will sich das Gremium um bessere Aufklärung, Information und letztlich Bedingungen für Radler in der Stadt kümmern. Ein Weg: die Öffnung von Einbahnstraßen.

Mehr Rechte in Cottbus
Voraussichtlich im kommenden Jahr werden die Bonnaskenstraße und die Annenstraße für Radler offiziell aus beiden Richtungen befahrbar sein. Grundsätzlich sprach sich der Runde Tisch für die Öffnung aller Straßen aus, wo nicht zwingende Gründe dagegenstehen. So soll auch geprüft werden, ob die viel befahrene Burgstraße für Radfahrer zwischen Dresdner Bank und Spremberger Turm geöffnet werden kann. Ebenfalls wird nach Lösungen für den Abschnitt zwischen Bank und Gertraudtenstraße gesucht. Dadurch sollen Radlern mehr Wege geebnet und noch mehr Cottbuser zum Rad fahren animiert werden. Dieser Trend werde sich angesichts hoher Benzinkosten stabilisieren.
Deshalb müsse auch für mehr Sicherheit für Radfahrer gesorgt werden. Vertreter der Stadtverwaltung sagten zu, dass in den Planungen von Wegen vor allem berücksichtigt werde, dass Radfahrer von Autofahrern rechtzeitig erkannt werden können. In der Burgstraße könnten Überlegungen zur Sicherheit dazu führen, dass Autos künftig nicht mehr auf der linken, sondern auf der rechten Seite parken sollen.
Jüngst ermittelte Zahlen der Polizei belegen, dass für die Sicherheit von Radfahrern mehr getan werden muss - auch von den Velo-Spezialisten selbst. Zwischen Januar und September waren Radfahrer an 224 Unfällen beteiligt, 19 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Es gab dabei mehr Tote, mehr Schwer- und auch mehr Leichtverletzte. 133 Unfälle wurden durch Radfahrer verursacht - 64 Verursacher kamen selbst zu Schaden und verletzten darüber hinaus noch 21 andere Radler. Unfall-Schwerpunkte sind vor allem große Kreuzungen.

788 Verstöße von Radfahrern
Bei Kontrollen stellte die Polizei in den vergangenen Tagen 788 Verstöße von Radfahrern gegen die Verkehrsregeln oder technische Vorgaben fest. Kein Licht und das Fahren auf Gehwegen gehören zu den häufigsten Vergehen, die der Runde Tisch jedoch differenziert betrachtet wissen will. Manchmal verhalte sich ein Radfahrer zu seinem Schutz verkehrswidrig. So nutzen viele Radfahrer den Gehweg zwischen Stadtring und Görlitzer Straße, um die Ausfahrt vom Radweg auf die Straße der Jugend zu umfahren. Eingangs erwähntes Selbstbewusstsein sei keine Rechtfertigung für Rechtsverstöße, betonten die Teilnehmer des Runden Tisches. Dennoch könnten Radfahrer beispielsweise auf der Bahnhofstraße oder der Straße zwischen Kiekebusch und Madlow ihr Recht wahrnehmen, auf der Straße zu fahren. Autos müssten in diesen Fällen durchaus „auch mal mit 15 oder 20 km/h hinterherfahren“ .

Hintergrund Idee für Rad-Garage
 Der Runde Tisch Radverkehr will die Idee unterstützen, am Cottbuser Bahnhof eine Fahrrad-Garage einzurichten. Diese könnte durch Ein-Euro-Jobber geführt werden. Dazu müssten entsprechend sichere Anlagen geschaffen werden. Die Beschäftigten könnten die Räder tags- oder die Woche über pflegen und reparieren - gegen einen kleinen Obolus. So sollen Reisende animiert werden, mit dem Rad statt mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren. Das entspreche auch der gewünschten Verknüpfung von Rad- und öffentlichen Verkehrsmitteln.