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Seit 30 Jahren die Stimme des BSV Cottbus Ost

Ein bisschen Rammstein, nur umgekehrt: BSV-Stadionsprecher Frank Lyttko.
Ein bisschen Rammstein, nur umgekehrt: BSV-Stadionsprecher Frank Lyttko. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Er hat genauso viele Jahre als Stadionsprecher auf dem Buckel wie das Team, das er stimmlich begleitet, Tore auf dem Kreisliga-Konto: Frank "Otto" Lyttko. 1984 übernahm er das Mikrofon bei der damaligen BSG Fortschritt und gehört seit jeher zum festen Inventar beim heutigen BSV Cottbus Ost. Georg Zielonkowski / ski1

Neulich vor einem Kreisliga-Spiel des BSV Cottbus Ost. Aus den Lautsprechern tönt die Rammstein-Rockband: "Ich geh mit mir von Ost nach Süd!" Falsch herum, möchte man dem Sänger Till Lindemann zurufen. Geht doch der Mann, der diese Musik dem Cottbuser Fußball-Publikum aufs Ohr haut, sehr oft von Süd nach Ost!

Die Rede ist von Frank "Otto" Lyttko. Seit nunmehr genau 30 Jahren begleitet der 46-Jährige die Heimspiele des heutigen BSV Cottbus Ost am Mikrofon als Sprecher. Und das im Osten der Stadt Cottbus. Auch kürzlich kam er zu einem Heimspiel des Kreisligisten wieder direkt von einem Fußball-Match, das im Südstadion stattfand. Dort trägt die A-Jugend es FC Energie ihre Heimspiele aus und auch dort sitzt "Otto" ebenfalls am Mikrofon.

Es war 1984, als der Vereinsvorsitzende der damaligen BSG Fortschritt, Bernd Ospalek, zu Vereinsmitglied Lyttko sagte, dass er wohl der geeignete Mann wäre, den verwaisten Sessel in der Sprecherkabine einzunehmen. Unkompliziert wie es die Art des Angefragten ist, kam kurz und knapp dessen Antwort "Gut, dann mach ich das ab jetzt". Nicht wissend, dass er drei Jahrzehnte lang unverzichtbar in seinem Amt für den heutigen BSV Cottbus ist. Und dem die lange Durststrecke seiner Ostler am Ende des letzten Jahres sichtlich weh tat. "Das kann doch nicht sein, dass für uns nun sogar die Kreisliga zu schwer ist." Nach 17 Spielen jedoch zieren die Ostler, wie der große FC Energie in seiner Liga, das Tabellenende. "Ob ich aber in der Kreisklasse hier noch sitze, ich weiß es nicht", hörte man ihn ein ums andere Mal zweifeln.

Schon in der letzten Saison hatte er einen Abstieg verkraften müssen. War es doch die U 19 des FC Energie, die aus der Junioren-Bundesliga absteigen musste. Und damit "seine Jungs", wie er sie gern bezeichnet. Denn im beruflichen Alltag ist er als Erzieher im Haus der Athleten tätig und kennt seine Burschen somit "in- und auswendig", wie er sagt.

Befragt nach der für ihn besseren, schöneren oder auch wertvolleren Aufgabe als Sprecher ist Frank Lyttko keine Sekunde am Zweifeln: "Klar sind Spiele der Junioren in der Bundesliga von sportlich höherem Wert. Aber unser Stadion am Stadtring im Osten ist das gemütlichste, weil klein und fein. Mit dem Stadion der Freundschaft will ich aber keinen Vergleich ziehen, denn das ist eine andere Welt. Aber ich wäre schon begeistert, wenn das Kreispokal-Finale alljährlich bei uns am Stadtring stattfinden würde. Für mich als Sprecher wären solche Spiele natürlich eine ganz besondere Herausforderung. Und am Tag danach würde ich dann tatsächlich von Ost nach Süd gehen. Zumal ich ganz fest daran glaube, in der kommenden Saison dort wieder A-Jugend-Bundesliga-Duelle am Mikro zu begleiten." Momentan steht die U 19 vom FC Energie auf Rang drei und hat noch alle Chancen, entweder direkt oder über die Relegation, den sofortigen Wiederaufstieg zu bewerkstelligen.