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| 17:38 Uhr

Ausbreitung von Allergien
Ambrosia bleibt ein Problem

 Ambrosia wächst überall rund um den Ostsee.
Ambrosia wächst überall rund um den Ostsee. FOTO: LR / privat
Der Versuch von Stadt und Landkreis, gemeinsame Wege zu gehen, ist zunächst gescheitert. Von Andrea Hilscher

Ab Mitte Juli beginnt die Blütezeit der allergieauslösenden Ambrosia-Pflanze. Sinnvolle Bekämpfungsmaßnahmen sollten vorher beginnen. Doch die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis klemmt. Auch mit der Unterstützung von Landesseite sind viele Gemeinden rund um Cottbus unzufrieden. Debattiert wurde das Thema im Rahmen der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Wahl. Die CDU-Fraktion im Rathaus hatte nach Details zu Ausbreitung und Bekämpfung gefragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Pflanze vor allem in Schmellwitz und Merzdorf zum Problem geworden ist.

Auch entlang der Bundesstraße am Ostsee werden immer wieder Vorkommen gemeldet. Für die Bekämpfung ist nach Auskunft von Sozialdezernentin Maren Dieckmann der jeweilige Grundstückseigner verantwortlich. Die Kosten, die dadurch für die Stadt entstehen, halten sich mit 300 Euro im Rahmen. „Auch die Leag lässt ihre Flächen regelmäßig mähen.“ Karen Kühl (Die Linken) aus Schmellwitz ergänzt: „Bei uns im Quartier geben wir den Wohnungsgesellschaften Bescheid, wenn wir Vorkommen entdecken, dann wird gemäht.“ Eine Dauerlösung scheint das nicht zu sein. Bereits im März hatten sich daher verschiedene Gemeinden aus Spree-Neiße zusammengeschlossen und dem Landwirtschaftsministerium ein Positionspapier zur Ambrosiabekämpfung übergeben. Cottbus gehörte nicht zu den Unterzeichnern des Papiers – was offenbar auch Maren Dieckmann ärgert.

 Beim Bronkower Treffen der Lausitzer Kommunen, die von Ambrosia betroffen sind, wurde ein neues Bekämpfungsmittel vorgestellt. Dieses Gerät, welches einem Rasenmäher ähnelt, soll dank hochfrequenter Hochspannung die Ambrosiapflanze bis in die Wurzel schädigen. Bis zur Marktreife werden noch ein paar Jahre vergehen.
Beim Bronkower Treffen der Lausitzer Kommunen, die von Ambrosia betroffen sind, wurde ein neues Bekämpfungsmittel vorgestellt. Dieses Gerät, welches einem Rasenmäher ähnelt, soll dank hochfrequenter Hochspannung die Ambrosiapflanze bis in die Wurzel schädigen. Bis zur Marktreife werden noch ein paar Jahre vergehen. FOTO: Matthias Klinkmüller

Neue Ambrosiaverordnung auf Wunsch der Kommunen

„Zwei Vertreter unserer Verwaltung waren im Herbst in Kolkwitz, um dort gemeinsam über mögliche Strategien zur Bekämpfung zu diskutieren“, erklärt sie. Leider sei Cottbus dann entgegen aller Absprachen das Positionspapier nicht unterbreitet worden. Matthias Klinkmüller, Sprecher der Großgemeinde Kolkwitz, bestätigt: „Neben Cottbus waren im ersten Entwurf des Positionspapieres auch die Landkreise OSL und SPN vertreten.“ Da es aber eine Forderung der kleinen Kommunen war, dass die Überwachung der Bekämpfungspflicht eine untere Landesbehörde übernimmt, seien sie davon ausgegangen, dass sie bei dieser Forderung wohl nicht mit Cottbus als kreisfreie Stadt und den Kreisen zusammenkommen würden. Klinkmüller: „Daher fiel die Entscheidung, dass die kleineren Kommunen zunächst allein das Papier unterzeichnen.“

Die Unterzeichner haben sich mittlerweile mit dem Ambrosia-Koordinator des Landes, Matthias Hoffmann, getroffen. Das Ergebnis? Offenbar enttäuschend. Drebkaus Bürgermeister Paul Köhnen sagt: „Seit Jahren geht es nur um das Registrieren und Archivieren. Es passiert aber nichts bei der Bekämpfung. Ohne finanzielle Mittel kommen wir nicht weiter.“ Immerhin: Auf Wunsch der zehn Lausitzer Kommunen wird jetzt eine neue Ambrosiaverordnung erstellt. Sie soll eine Bekämpfungspflicht auch auf privaten Flächen festschreiben. Die Verantwortung bleibt allerdings bei den Kommunen. Martin Mathow, Leiter des Fachbereiches Ordnung in Kolkwitz, erklärt: „Wir sind schon mit der Entfernung von Ambrosia auf den Gemeindeflächen beschäftigt. Jetzt sollen wir auch noch die Bekämpfung auf Privatgrundstücken überwachen. Das wird nichts werden.“ Er hätte sich gewünscht, dass die Kontrollen zur Einhaltung der Verordnung eine untere Landesbehörde, wie etwa der Kreis, übernimmt. Auf weitere Maßnahmen konnten sich die Landtagsfraktionen nach Auskunft von Matthias Klinkmüller nicht einigen. Die Hauptforderungen des Lausitzer Positionspapieres bleiben unerfüllt.