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| 01:39 Uhr

Schwarz in vielen Facetten

In Casel hat Bernd Voigt das Projekt des Aktionskünstlers und Umweltaktivisten Ben Wagin fotografiert.Die Herzen brennt Bernd Voigt im eigenen Keramikofen. Blätter und Blüten verzieren seine Objekte.
In Casel hat Bernd Voigt das Projekt des Aktionskünstlers und Umweltaktivisten Ben Wagin fotografiert.Die Herzen brennt Bernd Voigt im eigenen Keramikofen. Blätter und Blüten verzieren seine Objekte. FOTO: Bernd VoigtFoto: Daniela Kühn
Töpfertisch und Brennofen links, Computer und Drucker in der Mitte, Stative und Regale mit Leinwandrollen rechts. Das Atelier des Cottbusers Bernd Voigt wirkt erst einmal chaotisch. Nur auf den ersten Blick, denn der Künstler hat in seinem selbst ernannten Kreativbereich alles, was er braucht, sofort zur Hand. Noch ganz frisch trocknet neben der Tür eine große Infrarotfotografie, die zwei Straupitzer Eichen in einem mystischen Licht zeigt. Mit einem Schwarzfilter vor der Linse der Digitalkamera entdeckt Voigt die Lausitz neu. Von Daniela Kühn

Mit schwarzem Hut und dem Stativ über der Schulter zieht es den Autodidakten Bernd Voigt in die Natur des Spreewalds oder des Branitzer Parks. Mit Geduld, Phantasie und Liebe zur Lausitz hält er Bäume, Wolken und Kirchen fest. „Jede freie Minute verbringe ich mit der Kunst. Das ist mein Lebensinhalt“ , so Voigt.
Dabei sieht der gelernte Maschinist für Tagebaugroßgeräte, der im Kraftwerk Jänschwalde arbeitet, schwarz, wenn er seine Objekte fokussiert. Ob das Bild geglückt ist und wie das unsichtbare Licht wirkt, erfährt er erst am Computer. Bei der Infrarotfotografie wird das sichtbare Licht unterdrückt. Die fotografierten Gegenstände weisen besondere Reflexionseigenschaften auf. So bekommen Voigts Bilder ein melancholisches, zauberhaftes Flair, als wären sie nicht von dieser Welt. Sein Schwarz hat viele Facetten, individuell setzt er bei der Nacharbeit am PC blaue oder rote Nuancen.
Seine Fotografien druckt Voigt, der im Jahr 1959 in Bischofswerda geboren wurde, unter anderem auf Leinwand. Außerdem gestaltet der Mann mit dem Drei-Tage-Bart Kalender in verschiedenen Größen mit Motiven der „Lausitz in Infrarot“ oder kleine Faltbücher. Materialien sind ihm ebenso wichtig wie die Motive. „Ich experimentiere gern, beispielsweise mit der Beschaffenheit und dem Weißgrad des Papiers“ , erklärt der Künstler.
Auch an Ton hat sich Bernd Voigt vor einigen Jahren herangewagt und außergewöhnliche, originelle Keramiken geschaffen. Beispielsweise klingende Herzen, Wandbilder und Schalen. Keine Massenware, sondern Unikate mit Liebe zum Detail. Wiedererkennungsmerkmale sind zarte Blätter und Rosenblüten. Ständig arbeitet Voigt immer an neuen Projekten. Gerade verziert er einen Ziegelstein mit Mosaikkeramiken, der „als Raumschmuck“ dienen könnte. Auf den Tonsteinen finden sich die signifikanten Blüten. Eine frühere Idee reist derzeit durch die Region. Voigts Lausitzer Herzen werden von heimischen Künstlern wie Meinhard Bärmich, Klaus Herrmann oder Eberhard Krüger bemalt. Die Idee habe sich ihm nahezu aufgedrängt, so Voigt. „Ich habe die Herzen weiß aus dem Ofen geholt. Die schrieen förmlich nach Gestaltung.“
Seine Rastlosigkeit, die Suche nach neuen Ideen bezeichnet der Cottbuser selbst als Spieltrieb. Aber egal, welcher künstlerischen Richtung er sich zuwendet, Thema bleibt die Lausitz. „Ich liebe die Landschaft, den freien Himmel, die Heide, die Orte“ , so Voigt.

Service Bilder von Bernd Voigt
 Einige Bilder von Bernd Voigt sind ab dem 17. Juli in den Räumen der ehemaligen Brandenburgischen Kunstsammlungen in der Sprem 1 zu sehen. Dort wird um 15.30 Uhr die gemeinsame Ausstellung der Malteser und der Kunst.Fabrik.Cottbus „Die ART zu sterben“ eröffnet. Die Werke können bis zum 8. August wochentags zwischen 16.30 und 19 Uhr besichtigt werden. Telefonische Informationen gibt es unter 0355 20151.