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Schulferien sind Fahrschulzeit

Für manche ist die Fahrschule im Sommerkurs entspannter – abseits vom sonstigen Schulstress.
Für manche ist die Fahrschule im Sommerkurs entspannter – abseits vom sonstigen Schulstress. FOTO: fotolia/ Gerhard Seybert
Cottbus. Im Sommer laufen die Motoren der Fahrschulen heiß. Denn viele der älteren Schüler nutzen die freie Zeit, um den Weg zum Führerschein zu bestreiten. Entsprechend viele Angebote für Intensiv- und Expresskurse gibt es. Isabel Damme / ide1

"Man merkt, dass die Fahrschüler momentan aufnahmefähiger sind", sagt Anita Schwalbe von der Fahrschule Let's Drive. Die Jugendlichen könnten sich komplett auf die Führerscheinprüfungen konzentrieren. Auch Harald Schwenke von der Fahrschule West sieht die Vorteile eines Sommerferienkurses: "Durch die unverplanten Wochen kann die Ausbildung am Stück durchgezogen werden."

Die Sommerferienkurse sind gut gefüllt. Harald Schwenke hat viele neue Fahranfänger begrüßt. In seinen zwei Ferienkursen hat er etwa 20 neue Schüler. In den vier Sommerkursen von Let's Drive sind bisher rund 150 Fahrschüler gemeldet. "Nebenbei suchen wir auch immer neue Anwärter für die Schulung zum Fahrschullehrer", sagt Anita Schwalbe. Momentan wird ein neuer Lehrer ausgebildet. Für die Cottbuser Fahrlehrer sind die Sommerferien eine stressige Zeit. Daher gilt bei vielen Fahrschulen eine Urlaubssperre.

Bei den Schülern gibt es geteilte Meinungen zu Ferienkursen. Alexandra Baier findet diese Methode theoretisch entspannter, fürchtet aber, dass man sich "unter Druck gesetzt fühlt, weil man den Führerschein am Ende der Ferien beendet haben möchte". Auch Kelly Netzker schätzt die Vorteile an diesen Kursen, sieht aber ein anderes Problem: "Die Kosten für die einzelnen Teile fallen hierbei in sehr kurzen Zeitabständen an, was für finanziell schwache Familien durchaus zu einem Problem werden könnte." Aber ein Ferienfahrkurs habe einen weiteren Vorteil, wie die 18-Jährige bemerkt - man treffe auf viele Gleichaltrige. "Somit kann man die Ausbildung unter Freunden durchlaufen." Fabian Hanusch sieht jedoch als Nachteil die damit verbundenen volleren Kursräume.

Julia Winkler hingegen hat sich bewusst gegen einen Ferienkurs entschieden, denn sie hatte eine Befürchtung: "Durch den großen Zulauf auf die Fahrschulen bleibt am Ende weniger Zeit für den einzelnen Fahrschüler." Die 18-jährige hat ihren Führerschein nebenbei gemacht - und trotz Schule, Leistungskontrollen und Hausaufgaben bestanden.

Und einen großen Vorteil habe der Unterricht, der ins Winterhalbjahr reicht, hebt Anita Schwalbe hervor: Wenn man Schnee, Dunkelheit und Eis schon während der Fahrstunden erlebt hat, gehe man mit ihnen in Zukunft sicherer um. Davon sei sie überzeugt.