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Schonendes Pflücken bringt knackige Äpfel

Da erst die Einhaltung des richtigen Erntezeitpunktes sowie ein schonendes Pflücken und sachgerechtes Lagern knackig frische Äpfel über Winter garantieren, lohnt sich ein umsichtiges Vorgehen bei der Ernte. Von Peter Busch

Viele Äpfel der Herbstsorten, wie Alkmene, Dülmener Rosen, Oldenburg, McIntosh, Graham, Ingrid Marie und Jakob Lebel, haben ihre Pflückreife von Anfang bis Ende September und ihre Genussreife von Oktober bis zum Ende des Jahres.
Von den Wintersorten, die bei guter Lagerung von Januar bis Ostern oder sogar noch länger schmackhaft sind, werden Cox Orange und Goldparmäne spätestens bis Ende September gepflückt, während die Erntezeit der anderen Sorten, wie Berlepsch, Boskoop, Glockenapfel, Gloster, Holsteiner Cox, Idared, Jonagold, Golden Delicious und Jonathan, bis Mitte Oktober reicht; lediglich Ontario kann noch bis Mitte November geerntet werden.
Diese Pflückzeitpunkte sind in der Regel Erfahrungswerte, die natürlich je nach Witterungsverlauf und Kleinklima abweichen können. Gerade bei den Herbstsorten ist darauf zu achten, dass sie nicht überreif gepflückt werden, weil sie sich sonst nicht so lange lagern lassen und zudem schneller mehlig werden.
Alle Winteräpfel haben ihre Pflückreife spätestens mit den ersten Nachtfrösten erreicht. Den Erntetermin kann man ruhig so spät wie möglich legen, da dadurch ein höherer Zuckergehalt der Früchte erreicht wird. Pflückreife Äpfel erkennt man immer daran, dass sich der Stiel leicht vom Zweig drehen lässt. Beim Boskop zum Beispiel hängen die einzelnen Früchte windfest bis zum optimalen Pflücktermin, erst später fallen sie verstärkt ab.
Optimal zum Ernten ist ein sonniger, trockener Tag, da nasse Früchte eher von pilzlichen Infektionen befallen werden. Am schonendsten ist es, dass Obst mit der Hand zu pflücken und zuerst in einen ausgepolsterten Korb oder Kunststoffeimer zu legen. Auch beim Pflücken sollte man nicht zu viele Äpfel aufeinander legen, da sie sonst leicht Druckstellen bekommen. Zu hoch hängendes Obst erntet man vorsichtig mit einem Obstpflücker. Alle beim Ernten herabfallenden Früchte sind nicht zu einer Lagerung zu empfehlen und deshalb so bald wie möglich zu verwerten.
Zum Lagern passend sind flache Kisten, in die die Äpfel dort vorsichtig nebeneinander gelegt werden und zwar mit dem Stiel nach oben. Ideal ist ferner ein kühler Keller, der sich durch Temperaturen zwischen drei und acht Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent auszeichnet. Da in den meisten Häusern heutzutage aber eher trockene und durch Heizungsanlagen zudem warme Keller aus Beton vorhanden sind, lässt sich eine Obstlagerung in frostfreien Schuppen oder Garagen noch am besten empfehlen.
Kleinere Erntemengen kann man auch gut in verschlossenen PE-Folienbeuteln lagern. Sinnvoll ist es, Beutel von einer Größe zu nehmen, die zwischen zwei bis fünf Kilogramm Früchten Platz bieten. Die Äpfel werden vor der Abfüllung in die Beutel zuerst im Lagerraum abgestellt. Erst wenn sie die Lagerraumtemperatur haben, füllt man die Beutel, schließt diese und kann sie am besten hängend aufbewahren. Bei Lagerräumen, die nicht kühler als zehn Grad Celsius sind, sticht man mit einer Nadel einige kleine Löcher in die Beutel, damit das bei der Reifung entstehende Kohlendioxid abziehen kann.