| 02:33 Uhr

Schöner Scheppern in Klein Oßnig

Bürgermeister Dietmar Horke spricht beim Zscheppiang in Klein Oßnig. Das Dorf feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag.
Bürgermeister Dietmar Horke spricht beim Zscheppiang in Klein Oßnig. Das Dorf feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag. FOTO: Marion Hirche/jul1
Klein Oßnig. Beim Zscheppiang in der Gaststätte "Schön Oßnig" ließen die Bewohner das Vorjahr Revue passieren. Zu bereden gab es viel Positives und Zukünftiges. Marion Hirche / jul1

Klein Oßnig war einst ein Gutsdorf. Dereinst luden die Gutsherren ihre Untertanen immer um Mariä Lichtmess ein, um auf das alte Jahr zurückzublicken und auf das neue Jahr vorauszuschauen. Dabei schepperten auch die Gläser. Diese Tradition belebte Gastwirt Werner Dürre vor mehr als einem Jahrzehnt wieder. In diesem Jahr gedachten die rund 40 Einwohner diesem rührigen Mann und seiner Frau. Werner und Gerda Dürre sind im vergangen Jahr verstorben. So übernahm Sohn und Gastwirt Rainer Dürre die Begrüßung. Danach ging es um die 2016er Bilanz.

Die beste Botschaft hatte Gerhard Düring von der Initiative gegen die Lärmbelästigung an der B 169. Er verkündete dem Saal nach einem Urteil des Cottbuser Verwaltungsgerichts: "Wir haben gewonnen. Die Lärmbelästigung ist viel zu hoch, zumal wir jetzt auch noch als allgemeines Wohngebiet eingestuft wurden. Jetzt muss sich der Kreis äußern."

Auch neben dieser positiven Botschaft gab es Weiteres, worüber sich die Zuhörer freuen konnten. Orstvorsteher Frank Schätz beglückwünschte die Klein Oßniger zu deren ausgezeichnetem Dorfleben. "Ich danke allen, die das möglich gemacht haben."

Vor ihm hatte Dorfklubchef Karl-Heinz Pfeiffer das Jahr 2016 nochmal Revue passieren lassen. "Wir haben gezampert, haben uns zum Zscheppiang und zum Osterfeuer getroffen, der Maibaum wurde mit Armkraft aufgestellt. Wir haben unseren Weinbauern bei der Landpartie und beim Weinbergfest unterstützt. Wir sind beim Drebkauer Kreisel und beim Fahrradkonzert geradelt und im Juni fand ein tolles Kinderfest statt. 70 Mädchen und Jungen waren dabei und haben sich bei Brause und Bratwurst sehr wohl gefühlt", berichtete Pfeiffer untermalt mit Fotos, die auf großer Leinwand zu sehen waren.

Zu den Jahreshöhepunkten 2016 avancierte auch das Aufstellen der neuen Bank am Parkplatz. "Das ist ein Kunstwerk geworden. Wir waren alle überrascht", brachte Karl-Heinz Pfeiffer noch einmal seine Freude zum Ausdruck. Er betonte, dass nun ein Bankblütenfest gefeiert werden müsse.

Damit nicht genug: Der Redner richtete seinen Blick nach vorn und lud alle schon zum Dorffest am 29. Juli nach Klein Oßnig auf das Gelände des Unternehmens Caravan Krokor ein. Dann wird das 560-jährige Bestehen des Ortes gefeiert. Ideen können dafür noch eingereicht werden. Am 28. April ist eine Bürgerversammlung zur Vorbereitung des Festes geplant. Bis dahin wird sich auch zeigen, ob die Studenten- und Sonnenblumensaat aufgegangen ist, die zum diesjährigen Zampern an alle Einwohner verteilt wurde.

Drebkaus Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) hatte zwei wichtige Informationen für die Einwohner: "Die beiden Schulen der Stadt sollen zu einer zusammengelegt werden, um noch mehr Sicherheit zu haben für den Fortbestand beider Bildungsstandorte. Allerdings brauchen wir noch die Genehmigung." Zudem verkündete das Stadtoberhaupt, dass die Kreuzung Leuthen-Schorbus vom 20. bis 30. Juli für Sanierungsarbeiten voll gesperrt wird. Den Hinweis, dass dieser Termin wegen des Dorfjubiläums noch verschoben werden sollte, nahm er mit.

In der Diskussion wurde die Schorbuser Chronik, die im Oktober erschienen ist, kurz vorgestellt. Von den Einwohnern gab es zahlreiche Hinweise zum Winterdienst. Gedankt wurde darüber hinaus Fritz Kobus, der aus seiner Tätigkeit im Dorfklub ausgeschieden ist.

Zum Thema:
Der Gastwirt Werner Dürre (Foto) belebte die Tradition des Zscheppiangs wieder. Er starb im Oktober vergangenen Jahres mit 88 Jahren. Seine Leidenschaft war der Billardsport, dem er in seinem Gasthaus "Schön Oßnig" eine Heimstatt gab. Der SV Leuthen/Klein-Oßnig absolviert im Billardsaal Training und Heimwettkämpfe.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE