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| 17:00 Uhr

Bußgelder
Schnellfahrer finanzieren Unimog

Dieter Perko beobachtet den Unimog bei der Arbeit.
Dieter Perko beobachtet den Unimog bei der Arbeit. FOTO: Daniel Schauff / LR
Neuhausen/Spree/Peitz. Fünf Gemeinden investieren Überschüsse aus der gemeinsamen Bußgeldstelle. Von Daniel Schauff

Blitzblank steht er in der winterlichen Sonne auf dem Radweg zwischen Peitz und dem Großsee, der brandneue Unimog. 160 000 Euro hat er gekostet und ist mit der neuesten Technik ausgerüstet. Eine Investition, die sich eine der fünf Partnergemeinden und -ämter alleine nicht hätte leisten können, betont Dieter Perko (CDU), Bürgermeister in Neuhausen/Spree. Die gemeinsame Bußgeldstelle aber macht es möglich.

Seit 2003 kümmert sich Neuhausen um Raser in der eigenen Gemeinde, in Burg, in Kolkwitz, Peitz und Drebkau. Und Raser gibt es offenbar ziemlich viele: Allein 2017 gab es 43 706 gemessene Geschwindigkeitsüberschreitungen in den fünf Gemeinden. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Bußgeldstelle hervor.

Die Zahlen sind konstant – seit 2013 lagen sie immer über 40 000 pro Jahr. Immerhin 13 Prozent der Schnellfahrer aus dem letzten Jahr kamen aus dem Ausland, sagt die Leiterin der Neuhausener Bußgeldstelle, Brigitte Jähne. Die Bußgelder würden auch aus dem Ausland eingetrieben, ergänzt sie.

Die Überschüsse der gemeinsamen Bußgeldstelle fließen grundsätzlich in Projekte zur Sicherung des Verkehrs, erklärt Dieter Perko. Die Feuerwehr sei bereits unterstützt worden, weil ein Großteil ihrer Arbeit mit Verkehrsunfällen zusammenhänge, sagt der Bürgermeister weiter. Mit der neuesten Anschaffung wollen die Partnergemeinden das Radwegenetz warten – ein rund 300 Kilometer umfassendes Radwegenetz gebe es insgesamt in den fünf Gemeinden und Ämtern, sagt Perko. Viel zu tun also für den neuen Unimog. Seinen ersten Einsatz hat er im Amt Peitz unweit des Großsees.

In Peitz haben passend dazu auch die meisten Autofahrer ihren Anteil am Unimog geleistet. 7743 Mal hat es auf der Cottbuser Straße stadteinwärts geblitzt bei rund zwei Millionen Durchfahrten, geht aus den Zahlen der Bußgeldstelle hervor. Weitere Spitzenreiter: Turnow (5081 Mal bei gut 750 000 Durchfahrten) Eichow (4535 Mal bei gut einer Million Durchfahrten) und Müschen (4040 Mal bei knapp 600 000 Durchfahrten).

Insgesamt gibt es in den fünf Partnergemeinden und -ämtern laut Neuhausener Bußgeldstelle 22 stationäre Messstandorte und elf Messgeräte. Dazu komme eine mobile Radaranlage mit rund 300 Messstandorten. Im Durchschnitt werden den Angaben der Bußgeldstelle zufolge rund 140 Fahrverbote wegen stark überhöhter Geschwindigkeit pro Jahr ausgesprochen.