| 17:38 Uhr

Drebkau
Schnelles Internet für Drebkau – nur wie?

FOTO: Daniel Reinhardt / dpa
Drebkau. Stadtverordnete ermächtigen den Bürgermeister zu Verhandlungen für den Breitbandausbau. Inhaltliche Fragen zur Technik, ob über Glasfaser oder Funk, werden noch diskutiert. Von Anja Guhlan

Der Internetzugang muss kein Flaschenhals mehr sein, die Technik für hohe Bandbreiten ist längst vorhanden: die Glasfaser. So plädierte auch der Abgeordnete und Ortsvorsteher des Drebkauer Ortsteils Siewisch Wolfgang Just für die Glasfaser-Technologie beim Breitbandausbau der Stadt in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Ein Breitbandausbau sei in Drebkau gerade für die drei Ortsteile Leuthen, Schorbus und Siewisch wichtig.   Deshalb soll der Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) dazu ermächtigt werden, mit der Firma CNS Network GmbH aus Kolkwitz über den Ausbau des Internets zu verhandeln. In der jüngsten  Sitzung kam nun die Beschlussvorlage auf den Tisch, die auch einstimmig von  den 16 anwesenden Abgeordneten bestätigt wurde.

Jedoch heißt es in der Vorlage, dass über den Ausbau eines  sogenannten Next-Generation-Access-Netzes (NGA) verhandelt wird. Inzwischen setzt sich in der Technikwelt, immer mehr die Überzeugung durch, dass Funk und  Faser nicht miteinander konkurrieren, sondern sich gegenseitig ergänzen.  So erläutert ein wissenschaftlicher Arbeitskreis der Bundesnetzagentur gegenüber dem Computermagazin c`t, dass in der Übergangs- und Ausbreitungsphase des flächendeckenden Breitbandausbaus  der Mobilfunk von „erheblicher Bedeutung“ sei, da sie „in der Fläche im Sinne einer Zweitversorgung  eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche  Entwicklung spielt.“

Wolfgang Just ist hingegen nicht von Funk und NGA überzeugt. Er argumentierte in der Sitzung, dass beim Funk Störungen nicht ausgeschlossen seien. Und dass auch kein Konzept für ein störungsfreies Netz vorliege. Zudem merkte er an, dass durch Funk auch gesundheitliche Schäden der Bürger in Kauf genommen würden.

Hans-Eberhard Heßmer, Ortsvorsteher von Leuthen, der in der Sitzung ein Rederecht erhielt, schloss sich im Namen der Leuthener Bürger prinzipiell der Meinung des Vorredners an. Er schließt jedoch die gesundheitlichen Schäden aus. Denn dann müsste man in der heutigen Zeit, in der Smartphones präsenter denn je sind, auch solche Geräte abstellen, hielt er dagegen. Heßmer  argumentierte jedoch mit der Geschwindigkeit des Netzes. Glasfaser sei zuverlässiger und schneller. Auch gibt es von den Leuthenern konkrete Forderungen zum technischen Partner: „Die Leuthener meinen, wenn ein Ausbau kommt, dann mit der Telekom und nicht mit der Firma CNS aus Kolkwitz“, so Heßmer weiter.

Ebenfalls der Abgeordnete Torsten Richter plädierte für den Glasfaserausbau und argumentiert mit der Arbeit im Schulbereich. Die technischen Anforderungen seien laut Richter mit Funk nicht erfüllbar.

Zudem vermuten beide Ortsvorsteher, wenn sich die Stadt jetzt auf Funk einlasse, dass irgendwann ein „Endpunkt erreicht ist, an dem man nicht weiterkommt oder wieder zurück“. Und Wolfgang Just fügte hinzu: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, ohne Eigenmittel und gefördert von Bund und Land den Breitbandausbau mittels Glasfaser voranzutreiben.“

Für Drebkaus Bürgermeister Dietmar Horke sind die in der Sitzung vorgetragenen Argumente berechtigt. Er will mit der Firma CNS Network darüber sprechen und verhandeln. An den Gesprächen sollen auch die jeweiligen Vertreter der Ortsteile Siewisch, Leuthen und Schorbus teilnehmen. Ein Termin für dieses Gespräch ist bereits von Bürgermeister Horke für Mitte Dezember vereinbart. Denn auch das Stadtoberhaupt ist überzeugt, dass Drebkau in dieser Thematik nach zweieinhalb Jahren der Diskussionen und Beratungen „jetzt endlich mal zu Stuhle kommen muss.“

Inwieweit die nun anstehenden Verhandlungen in Ergebnissen münden oder für welche Lösung sich entschieden wird, bleibt aber weiter abzuwarten.