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| 17:32 Uhr

Breitbandausbau im Spreewald
Schnelles Internet für Burg

 Vesta von Bossel von der Telekom (l.) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) halten Glasfaserkabel in der Hand, wie sie auch im Spreewald verlegt wurden. Damit geht das Landesförderprogramm „Brandenburg – Glasfaser 2020“ zu Ende.
Vesta von Bossel von der Telekom (l.) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) halten Glasfaserkabel in der Hand, wie sie auch im Spreewald verlegt wurden. Damit geht das Landesförderprogramm „Brandenburg – Glasfaser 2020“ zu Ende. FOTO: LR / Silke Halpick
Burg. Rund 12 000 weitere Haushalte in Südbrandenburg können künftig schneller im Internet surfen. Damit endet das Ausbau-Landesprogramm im Spreewald - „weiße Flecken“ bleiben allerdings in Spree-Neiße. Von Silke Halpick

Ein Schild auf dem Tisch im Waldhotel Eiche in Burg-Kauper sagt, dass Gäste hier kostenlos Wlan nutzen können. Keine Selbstverständlichkeit in der idyllisch gelegenem Anlage mitten im Spreewald. Doch nun ist auch hier schnelles Internet mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde angekommen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) beendet damit ganz offiziell das Landesprogramm „Brandenburg – Glasfaser 2020“.

„Schnelles Internet ist heute ein Muss“, sagt Steinbach. Rund 12 000 Haushalte in Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße haben im Rahmen des Förderprogramms seit 2012 Anschluss ans schnelle Internet gefunden. Die Telekom hat dafür 400 Kilometer Glasfaser verlegt, 180 Verteiler neu aufgestellt oder mit moderner Technik aufgerüstet.

Abstimmungen mit Naturschutzbehörden sehr zeitaufwändig

Eine „echte Herausforderung“ sei es gewesen, das schnelle Internet in den Spreewald zu bringen, wie Vesta von Bossel, Vorstandbeauftragte für den Breitbandausbau der Telekom, betont. Die besonderen Bedingungen im größten Biosphärenreservat Mitteleuropas, die Abstimmungen mit den Naturschutzbehörden und die Suche nach möglichen Alternativen hätten sich als überaus zeitaufwendig erwiesen.

„Was lange währt, wird endlich gut“, betont Steinbach. Die Technik mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde sei zwar nicht mehr die allerneuste, wie er einräumt. „Trotzdem ist das ein Quantensprung für die Region“, betont er. Rund 8,5 Millionen Euro sind seinen Angaben zufolge hier in den Ausbau geflossen, damit die Wirtschaftslichkeitslücke für die Anbieter geschlossen werden konnte.

Noch Internet-Lücken in Spree-Neiße

Für mehr als die Hälfte der Brandenburger Haushalte habe sich mit dem Förderprogramm die Versorgungslage verbessert, wie es aus dem Wirtschaftsministerium heißt. Das bedeutet aber nicht, dass die „weißen Flecken“ bereits restlos verschwunden sind, wie Rainer Schubert, Breitbandverantwortlicher im Spree-Neiße-Kreis, einräumt.

Als Beispiele führt er Schmogrow-Fehrow oder Siewisch-Koschendorf an. In beiden Gemeinden gibt es einen alternativen Provider, der ein Funktechniknetz aufgebaut hat und damit den Ausbau mithilfe von Fördermitteln „blockiert“. Aber selbst in Peitz funktioniert das schnelle Internet nicht flächendeckend, was vor allem am „Patchwork“ liege, so Schubert. „In manchen Straßen gibt es drei verschiedene Maßnahmen“, erklärt er.

Ausbau über Bundesprogramm verzögert sich vermutlich bis 2024

Länger als geplant müssen auch die Kommunen aufs schnelle Internet warten, die am Bundesprogramm zum Breitbandausbau beteiligt sind. Ursprünglich waren Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde geplant. Mit der überarbeiteten Richtlinie sind es nun ein Gigabit pro Sekunde. „Der politische Druck war groß, auch die Bürgermeister haben sich das gewünscht“, sagt Schubert.

Der Haken: Das gesamte Verfahren muss neu aufgerollt werden, samt Ausschreibungen, Kreistagsbeschluss und notwendiger Baugenehmigungen. Erst 2020 wird das Genehmigungsverfahren durchlaufen sein, vermutet Schubert. Die Baumaßnahme selbst wird weitere vier Jahre dauern.

Das heißt: Erst 2024 werden die letzten „weißen Flecken“ in Spree-Neiße verschwinden. Eigentlich sollte das spätestens 2021 der Fall sein.